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Auslaugungstektonik in der Pyrmonter Schichtenaulwölbung

Herrmann, R.

Kurzfassung

Die beiden Pyrmonter Thermalbohrungen (1924/26 und 1929/31) haben praktisch vollständige Zechsteinprofile mit großer Mächtigkeit der jüngeren Salzfolgen (Zechstein 3 und 4) angetroffen, nachdem die 1913 beendete Bohrung, die bei Sonneborn - 6 km nordwestlich von Bad Pyrmont - auf Kalisalze niedergebracht worden war, eine vollständige Auslaugung des Zechsteins bis auf den Hauptdolomit hinab nachgewiesen hatte. Aus dem Vergleich der Bohrprofile, aus der Lagerung der Trias im Umkreis des Pyrmonter Talkessels (dargestellt durch eine Schichtlagerungskarte der Wellenkalk-Oberkante) und aus dem Befund an der Geländeoberfläche ergeben sich Hinweise auf die primärtektonische Gestalt der Pyrmonter Schichtenaufwölbung, auf die Ausdehnung des Auslaugungsbereiches, die Lage und Gestalt der Subrosionsfläche und auf die Modifikation, die die Lagerung des triadischen Deckgebirges durch die Auslaugung der Zechsteinsalze erfahren hat. Es ergibt sich die Unterscheidung eines primärtektonischen, durch Auslaugung maskierten Gewölbescheitels und eines pseudotektonischen Gewölbescheitels über dem erhalten gebliebenen Salzkörper.