Original paper

Über die mögliche Herkunft des mineralisierten Grundwassers im Münsterschen Becken

Michel, G.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 115 Heft 2-3 (1966), p. 566 - 571

5 references

published: Jul 1, 1966

BibTeX file

ArtNo. ESP171011502007, Price: 29.00 €

Download preview PDF Buy as PDF

Kurzfassung

In Nordrhein-Westfalen ist im Bereich des Münsterschen Beckens und anderen salzlagerstättenfreien Teilen des Landes (Ruhrgebiet, Niederrheinische Bruchzone und Rheinisches Schiefergebirge) bekannt, daß das tiefe Grundwasser sowohl in dem variscisch gefalteten Unterbau als auch in dem meso-känozoischen Deckgebirge versalzen ist. Chemisch liegen mehr oder minder hoch konzentrierte Salzlösungen vor (einige 1000 bis 250 000 mg/l Gesamtkonzentration). Hauptbestandteile sind Na., Ca.., Mg.., Cl', SO4'' und HCO3. Als Nebenbestandteile können auftreten: K., NH4., Li., Sr.., Ba.., Mn.., Fe.., F', Br', J', BO2', [H2SiO3] x. 2. Die allgemeine Lehrmeinung besagt, daß das versalzene Grundwasser von den Salzlagerstätten im Zechstein, Röt und Malm herzuleiten ist, die nordöstlich, nördlich und nordwestlich des Münsterschen Beckens und seiner westlichen Randgebiete ausgebildet sind. Es wird eine stetige Ablaugung der Salze (Subrosion), Migration auf großen Kluftzonen im paläozoischen Untergrund und Durchtränkung des Paläozoikums nebst Teilen des Mesozoikums und/oder des Tertiärs mit Salzwasser angenommen. 3. Folgende Beobachtungen sind mit der bestehenden Auffassung schwer zu erklären: a) Die Gesamtkonzentration des tiefen Grundwassers nimmt nicht von der intakten Salzlagerstätte von Norden (und Nordwesten) nach Süden ab. Das aus den nördlichen Aufschlüssen im Ruhrgebiet bekannt gewordene Grundwasser weist nur deshalb eine höhere Gesamtkonzentration als im Süden auf, weil es entsprechend dem nördlichen Einfallen der Karbonoberfläche aus größeren Tiefen (etwa 1200 m) stammt. Eine Zunahme der Konzentration mit der Tiefe wird jedoch sehr häufig auch in anderen Gebieten beobachtet.

Keywords

GrundwasserMünsterNordrhein-WestfalenGermany