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Paleozän oder Paläozän?

Staesche, K.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 115 Heft 2-3 (1966), p. 664 - 669

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published: Jul 1, 1966

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ArtNo. ESP171011502011, Price: 29.00 €

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Kurzfassung

Die verbreitete Ansicht, Schimper habe den Namen der von ihm begründeten Periode paleocène aus paleo- und -eocène (Alt-Eozän) zusammengezogen, findet in Schimpers Werk keine Stütze. Aus dem Zusammenhang geht vielmehr eindeutig hervor, daß er ihn aus den Bestandteilen paleo- und -cène (alt-neu) gebildet hat. Die deutsche Transkription muß also Paläozän lauten. Unter der gleichen Überschrift beklagt W. O. Dietrich in dieser Zeitschrift 1941 am Beispiel des Namens der ältesten Tertiär-Abteilung den "verworrenen Zustand der Schreibung fremdsprachlicher Fachausdrücke in unserem geologischen Schrifttum". Um Einheitlichkeit zu erzielen, regt er die Schaffung einer Stelle an, die die hierzu nötigen Arbeiten ausführen läßt und die Durchführung überwacht. In der Tat ist dies der einzige Weg, der zu einer allgemein verbindlichen Regelung führen könnte, doch ist er bislang nicht beschritten worden. Es ist auch nicht zu erwarten, daß dies in absehbarer Zeit geschieht, da Fragen der Rechtschreibung geologischer Fachausdrücke diesen Aufwand für sich allein kaum lohnen. Man wird hier die seit langem diskutierte allgemeine Reform der deutschen Orthographie abwarten dürfen. Bis dahin bleibt es dem einzelnen Verfasser bzw. Schriftleiter überlassen, ob er z. B. das lateinische c als solches in das deutsche Wort übernehmen oder ob er es je nach der bei uns gebräuchlichen Aussprache durch k bzw. z wiedergeben will. Bei den in die Gemeinsprache übergegangenen Wörtern lateinischer Herkunft wird gewöhnlich die phonetische Transkription angewendet, auch wenn das lateinische c ein ursprüngliches griechisches kappa vertritt. Wir schreiben Zäsur, Prozent, Zirkus und Zylinder, obgleich wir uns des "klassischen" Ursprungs dieser Wörter durchaus bewußt sind. Nur bei Eigennamen (Cäsar, Cato, Cicero, Circe) und bei Ausdrücken, die nicht als eingedeutscht empfunden werden (wie circa und etcetera), wird eine Ausnahme gemacht. Es ist nicht einzusehen, weshalb wir dem allgemeinen Brauch nicht auch bei unseren geologischen Fachausdrücken folgen sollten. Doch bleibt es einem jeden unbenommen, am c festzuhalten und ethymologisch z. B. -cän statt phonetisch -zän zu schreiben. Folgerichtig müßte er dann allerdings auch unsere Umlaute ä und ö ablehnen und statt ihrer ae und oe verwenden (also -caen). wie es einige konsequente Vertreter dieser Richtung ja auch tun.

Keywords

PaleozänPaläozän