Original paper

Stofflicher Aufbau und petrogenetische Problematik der kristallinen Gesteine des zentralen Vorspessarts

Murawski, H.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 115 Heft 2-3 (1966), p. 374 - 424

49 references

published: Jul 1, 1966

BibTeX file

ArtNo. ESP171011502024, Price: 29.00 €

Download preview PDF Buy as PDF

Kurzfassung

Ein Teilstück der kristallinen Kernzone der "Mitteldeutschen Schwelle" - der zentrale Vorspessart - wird einer näheren tektonischen und petrogenetischen Betrachtung unterzogen. Zwar zeigt sich als Grundbild lediglich ein zentrales Gneisgewölbe, dem sich im Norden und Süden Hüllserien anzulagern scheinen, jedoch läßt die eingehendere Untersuchung erkennen, daß die Verhältnisse wesentlich komplizierter sind. Als Edukte der zentralen Gneise sind auf Grund der stofflichen Analyse granitische bis granodioritische Plutonite anzunehmen. Der größte Teil der übrigen Gesteinsverbände unmittelbar nördlich und südlich der Gneise entspricht sedimentären Edukten, denen verschiedentlich basische Vulkanite eingeschaltet sind. In mehrfacher Hinsicht zeigen darüber hinaus die Gesteinsserien nördlich und südlich der Zentralgneiskuppel "asymmetrische Verhältnisse" zueinander. Das gilt für den tektonischen Bau, den stofflichen Bestand und - mit sehr großer Wahrscheinlichkeit - auch für die stratigraphische Stellung. Als mögliche Erklärung für eine solche Asymmetrie kann das Vorhandensein einer, wahrscheinlich assyntischen, Diskordanz gelten, wobei die Diskordanzfläche dem Edukt des Zentralgneises später als Aufstiegsbahn gedient haben könnte. Die Stoffanalyse zeigt, daß sich Abweichungen vom Grund-Stoffbestand innerhalb der einzelnen Großverbände durch syntektische und Metamorphose-Reaktionen erklären lassen. Die auf diese Weise erzielten Ergebnisse in einem Teil der Mitteldeutschen Schwelle erlauben Vergleiche mit anderen Teilen dieser Kristallinzone (Rheinpfalz, Odenwald, Kristallinzone von Ruhla-Brotterode).

Keywords

petrogenetische Problematikkristalline GesteineVorspessartGermany