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Die Hydrogeologie des Deckgebirges im niederrheinischwestfälischen Revier in ihrer Bedeutung für den Bergbau

Wolansky, Dora

Kurzfassung

Zusammenfassung Die hydrologischen Verhältnisse des Deckgebirges im Ruhrgebiet sind dadurch ausgezeichnet, daß - im großen gesehen - 2 Typen von Grundwasser vorhanden sind: einmal oberflächennahes Süßwasser, das unmittelbar durch den versickernden Anteil der Niederschläge gespeist wird, zum anderen Sole, die in tieferen Schichten umläuft und, meist unter hydrostatischem Überdruck stehend, beim Anbohren oder Anfahren aufsteigt. Horizontale Trennschicht ist im allgemeinen im Kreide-Verbreitungsgebiet der tonige "Emscher-Mergel", im Tertiärgebiet außerhalb der Kreideüberlagerung die "Tonmergelstufe". Je nach der Gesteinsbeschaffenheit der Wasserleiter kommen beide Typen sowohl als Poren-Grundwasser in Lockergesteinen als auch als Kluft-Grundwasser in klüftigen Gesteinen vor. Zu den ersteren gehören die quartärzeitlichen Sande, Kiese und Schotter, die Sande des Tertiärs, der Oberkreide und des lockeren Buntsandsteins, zu den letzteren die klüftigen Mergel des Senons und Emschers (Campan, Santon und Coniac), die Kalke des Turons und Cenomans, der verfestigte Buntsandstein und gewisse Kalke und Dolomite im Zechstein. Verbreitung und Lagerung dieser Schichten bewirken für die einzelnen Teile des Ruhrreviers völlig unterschiedliche hydrogeologische Verhältnisse, die um so verwickelter werden, je komplizierter der Aufbau des Untergrundes ist. Die "Deckgebirgskarte des Rheinisch-Westfälischen Steinkohlenbezirks i. M. 1:25 000", die von der Geologischen Abteilung der Westfälischen Berggewerkschaftskasse herausgegeben wird, vermittelt einen Eindruck davon. Am Beispiel von Aufschlüssen im Zechstein-Buntsandstein, an den Kreidemulden im Westrevier und am Haarstranggebiet im Ostrevier werden Fälle aufgezeigt, wie der Bergbau sich mit den von Natur gegebenen hydrologischen Verhältnissen auseinanderzusetzen hat und welche Folgerungen sich daraus für die Praxis ergeben.