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Sporenuntersuchungen in den Solen des Steinkohlenbezirks an der Ruhr

Dombrowski, H. J.

Kurzfassung

Das Problem der Herkunft der Grubenwasserzuflüsse ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen, die vor allem mit geologischen, hydrologischen und geochemischen Fragestellungen und Untersuchungsmethoden eine Klärung herbeizuführen suchten. Seit den ersten Veröffentlichungen von HUYSSEN vor nunmehr 110 Jahren haben sich unsere Anschauungen vervollständigt und sind in vielen modernen Arbeiten dargelegt, in denen von einer Reihe sehr aufschlußreicher Gesetzmäßigkeiten berichtet wird. Ich erinnere an die Arbeiten von KUKUK, PATTEISKY, SEMMLER, FRICKE, KÖTTER, MICHEL. Das Grundwasser im Karbon an der Ruhr ist bis auf Fälle, wo vadoses Wasser ungehindert einfließen kann, stets versalzen, und der Salzgehalt nimmt nach der Tiefe hin zu. Diese Erkenntnis hat nicht nur im Raum an der Ruhr ihre Gültigkeit, denn es hat den Anschein, daß überall auf der Erde von einer von Ort zu Ort verschiedenen Teufe an Sole als tiefes Grundwasser angetroffen wird. Wenn man die Salzformationen ausnimmt, konnte eine Abhängigkeit des Salzgehaltes von der Stratigraphie bisher nicht festgestellt werden. Die in den Gruben des Ruhrgebietes austretenden Solen sind meist thermale Natrium-Chlorid-Wässer, in größeren Tiefen unter 600 m tritt auch verstärkt noch Calcium, Magnesium und Sulfat hinzu. Solche Wässer sind nicht für das Karbon charakteristisch, wohl aber sind sie aus den Zechsteinen bekannt. KÜHN führt unter Verwendung der Angaben von PATTEISKY (S. 1336) eine Berechnung des Bromgehaltes des gelösten Steinsalzes durch und gelangt zu dem Wert von 0,016 Gew.-% Br. Dieser Wert weist nur auf den Zechstein hin, da Malm-Salz oder irgendwelche Porenwässer anderer Formationen viel bromärmer sind. Andererseits sollten Restlösungen des Zechsteinsalinar reicher an MgCl2 sein. Nach LOTZE ist die Aussüßung einer Sole um so stärker, je weiter man vom Herkunftsgebiet entfernt ist. Danach scheinen sich in unserem Raum zwei Herkunftsgebiete anzudeuten: Die Sole im Westteil des Ruhrgebietes dürfte mit den Zechsteinlagern am Niederrhein, die im Ostteil mit den Salzlagern des Teutoburger Waldes in Zusammenhang stehen.