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Hydrogeologische Beobachtungen beim Abteufen des Warndtschachtes der Saarbergwerke AG (Ein Wassereinbruch im Gefrierschachtteil)

Becker, Hans

Kurzfassung

I. Einleitung Im Zuge der Rationalisierungsmaßnahmen - Stillegung älterer und unrentabler Gruben im Ostteil des Saarkohlenreviers (Abb. 1), Zusammenlegung einzelner Zechen zu Großverbundanlagen - und der schrittweisen Übernahme der Pachtfelder im Warndt von den Houillères du Bassin de Lorraine (Abb. 2) stellte sich der Saarbergwerke AG die Aufgabe, im kohlenreichen Westteil des Reviers, dem Warndt, eine neue Schachtanlage zu errichten. Als Schachtansatzpunkt wählte man eine Stelle nördlich des Ortes Karlsbrunn. Geologisch gesehen, steht der Schacht auf der SE-Flanke des Merlenbacher Sattels (Abb. 2). Die z. T. stark wasserführenden Deckschichten des Karbons (rd. 293 m Buntsandstein und Rotliegendes) wurden im Gefrierverfahren durchteuft. Hierzu wurden 38 Gefrierbohrlöcher bis 348 m und ein Mittelbohrloch bis 320 m Teufe gestoßen. Die Gefrierbohrlöcher reichten also rd. 53 m ins Karbon, da, wie eine in der Nähe stehende Aufschlußbohrung zeigte, die oberen Karbonschichten (ehemalige Landoberfläche) sehr stark aufgelockert waren. Neben diesen Gefrierlöchern wurden noch 4 Temperaturmeßlöcher in 1 m Abstand vom Gefrierlochkreis und je 1 Meßloch in Abständen von 2 und 3 m vom Gefrierlochkreis in Teufen zwischen 90 und 320 m niedergebracht. Beim Bohren der Gefrierlöcher kam zunächst eine Bohrturbine zum Einsatz. Wegen der erheblichen Bohrlochabweichungen ging man jedoch nach mehreren Versuchen (Mittelloch, Gefrierlöcher 33, 35 und 37) zum Schlagbohren über.