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Entwicklung der großräumigen Grundwasserabsenkung im Erftgebiet

Stein, Albrecht

Kurzfassung

Nicht nur der Steinkohlenbergbau, sondern auch der Braunkohlenbergbau hat seine hydro-geologischen Probleme. Eines der interessantesten ist sicherlich die großräumige Grundwasserabsenkung in dem zum Rheinischen Revier gehörenden Erftgebiet, deren Entwicklung ich Ihnen jetzt kurz schildern möchte. Diese Schilderung steht - durch Fachausbildung und Tätigkeit bedingt - notwendigerweise unter dem Gesichtswinkel des Wasserwirtschaftlers und gleichzeitig unter dem des unmittelbar an der Absenkung weder beteiligten noch von ihr betroffenen Dritten. Das Hauptflöz des Rheinischen Reviers, das sich zwischen Köln und Aachen, Euskirchen und Roermond über eine Fläche von 2500 km2 erstreckt (Abb. 1, oben), ist mit weitem Abstand das bedeutendste Braunkohlenvorkommen der Bundesrepublik Deutschland. Mit Auskohlung der oberflächennahen, in der Nähe des Grundwasserspiegels lagernden Flözteile der Ville muß der Braunkohlenbergbau seit einigen Jahren in größere Tiefen vorstoßen (Abb. 1, unten), um auch solche Flözteile zu gewinnen, die nennenswert in das Grundwasser eintauchen. Damit wiederum wurde der Beginn einer Grundwasserabsenkung nötig, die in ihrer extremen Zielsetzung, dem tatsächlichen oder noch geplanten technischen Aufwand und den unvermeidbaren Begleiterscheinungen die bisher bekannten ähnlichen Unternehmen erheblich übertreffen dürfte. Dies gilt insbesondere von demjenigen Teil der Maßnahmen, der sich in dem kurz als "Erftgebiet" bezeichneten Verbandsgebiet des Großen Erftverbandes abspielt (Abb. 1, oben); allein von diesen Teilmaßnahmen soll weiterhin die Rede sein.