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Die hydrologischen Verhältnisse der Wulfener Kreidemulde

Birk, Felix

Kurzfassung

I. Einführung Im Rahmen des hydrologischen Kartenwerkes für den Rheinisch-Westfälischen Steinkohlenbezirk im Maßstab 1:10 000, das unter der Leitung von Prof. Dr. SEMMLER von der Wasserwirtschaftsstelle der Westfälischen Berggewerkschaftskasse im Jahre 1961 begonnen wurde, sind inzwischen 4 Blätter abgeschlossen. Sie umfassen ein 150 km2 großes Gebiet zwischen den Städten Marl, Dorsten und Haltern. In dem bearbeiteten Gebiet treten im Bereich der sogenannten Wulfener Kreidemulde artesische Wässer auf. Artesisch ausfließende Bohrungen sind im südwestlichen Münsterland an verschiedenen Stellen bekannt geworden, es seien hier nur die großen Quellen bei Gahlen genannt. Bereits 1935 hat sie BREDDIN untersucht und den artesischen Auftrieb darauf zurückgeführt, daß in dieser Gegend die wasserführenden Schichten des Santons von ± wasserundurchlässigen Sedimenten des tiefen Campans muldenförmig überdeckt werden und das Wasser beim Durchstoßen der stauenden Schicht entsprechend der Höhe des hydrostatischen Druckes emporsteigt. Im Zuge der Bearbeitung der Hydrologischen Karte des Rheinisch-Westfälischen Steinkohlenbezirkes wurden in der Wulfener Mulde analoge Verhältnisse angetroffen. Da die Wulfener Mulde ein in sich geschlossenes Gebilde ist, die Bearbeitung im großen Maßstabe erfolgte und außerdem Aufschlüsse aus jüngster Zeit zur Verfügung standen, konnte ein guter Einblick in die hydrogeologischen und hydrologischen Zusammenhänge gewonnen werden, auf die in folgendem näher eingegangen werden soll.