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Chemische Gesichtspunkte zur Frage der Herkunft der Solen im Ruhrgebiet

Kühn, R.

Kurzfassung

Wir verfügen über einige Erfahrungen in der Beurteilung der natürlichen Zechsteinsalzlösungen, wobei wir uns bisher mit bestem Erfolg des Br, neuerdings außerdem des Rb als geochemisches Leitelement bedient haben. Es ist aber bisher nur wenig darüber veröffentlicht worden. In früheren Jahrzehnten haben gelegentlich Einbrüche von Salzlösungen zum Ersaufen von Kalibergwerken geführt, so daß danach das Bekanntwerden auch sonstiger geringfügiger Vorkommen von Salzlösungen in bestimmten Schächten zum Fallen der Aktien der betreffenden Kaligesellschaften geführt hat. - Die einzige neuere ausführliche Veröffentlichung über die Zusammensetzung von Salzlösungen im deutschen Kalibergbau, das Vorkommen in Mitteldeutschland betreffend, ist: HERRMANN, A. G.: Über das Vorkommen einiger Spurenelemente in Salzlösungen aus dem deutschen Zechstein. - Kali und Steinsalz, 3, H. 7, 1961, S. 209-220. Will man die Herkunft eines Teils der Solen im Ruhrbergbau-Gebiet aus dem Zechstein-Salinar herleiten, so kann es sich meines Erachtens handeln um 1. Restlösungen, gewissermaßen (abgewandelte) Mutterlaugen der Salzabscheidung (sogenannte "Urlaugen"), die örtlich in Nestern oder Poren der geringer plastischen Begleitgesteine wie Anhydriten und Salztonen vorkommen und durch tektonische Vorgänge mobilisiert worden sind. 2. Lösungen, die erst entstanden sind, indem anstehendes Salz von fremden, an Salz ungesättigten (mobilisierten) Wässern angelöst bzw. aufgelöst worden ist.