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Die alpidische Metamorphose an Erzlagerstätten am Ostrand der Alpen

Tufar, Werner

Kurzfassung

Die tiefste tektonische Einheit des Semmering- und Wechselgebietes bildet die Wechselserie, die neuerdings dem Pennin zugezählt wird und innerhalb des überlagernden Unterostalpins ein Fenster bildet. Das charakteristische Gestein der Wechselserie ist der Wechselgneis, ein Albitgneis. Ursprünglich waren es Phyllite und Glimmerschiefer, die albitisiert wurden. Daneben treten aber auch Grünschieferserien, Albit - Epidot - Amphibolite usw. auf. Um die im Zentrum angeordneten Wechselgneise finden sich randlich ebenfalls schiefrige und phyllitische Typen mit neugesproßtem Albit. Die Gesteinsmetamorphose der Wechselserie wird allgemein als alpidisch aufgefaßt. Das Unterostalpin besteht aus einer vormesozoischen Altkristallinserie, der Grobgneisserie, d. h. aus vormesozoischen Graniten (Mürztaler Grobgneis, Wenigzeller Granit, Birkfelder Granit, Aspanger Granit, Kirchberger oder Eselsberggranit, Pittener Augengneis usw.), die in eine phyllitische Schieferhülle intrudierten und mit dieser verfaltet wurden, weiters aus einer kompletten Triasserie, dem Semmering-Mesozoikum. Die Umbildung der anatektischen Granite zu Gneisen ("Grobgneisen") erfolgte durch die alpidische Gebirgsbildung, die in den Hüllgesteinen z. B. eine Chloritisierung der Granate hervorruft. Die Basis des Semmering-Mesozoikums bildet der permoskythische Semmering-Quarzit (Metaquarzit, Metaarkosen und Metakonglomerate), mit dem sich stellenweise auch Porphyroide finden, darüber dann Rauhwacken, Dolomite und Kalke. Die Obertrias ist karpatisch ("Bunter Keuper") entwickelt. Jura konnte im Semmering-Mesozoikum nicht nachgewiesen werden. Die alpidische Gesteinsmetamorphose der Grobgneisserie erreicht den Grad der Albit-Epidot-Amphibolitfazies, sofern nicht Diaphthorese vorliegt, während die Metamorphose im Semmering-Mesozoikum stellenweise den Grad der Grünschieferfazies erreicht.