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Umkehrung von Festland und Meeresraum im südlichen Zentralamerika

Henningsen, D.

Kurzfassung

Eine Umkehrung von Festland und Meeresraum im Laufe relativ kurzer geologischer Zeit soll an einem Teilstück Mittelamerikas demonstriert werden, das DENGO (1962 b: V) als das südliche zentralamerikanische Orogen bezeichnete. Topographisch handelt es sich um das südwestliche Nicaragua, Costa Rica und das westliche Panama. Ausgangspunkt für die folgenden Erörterungen sind eigene Untersuchungen im südlichen Costa Rica. Die Schichtfolge in Costa Rica und Panama beginnt mit dem sog. Basalkomplex. Es handelt sich um eine Serie von kalkigen, kieseligen und klastischen Gesteinen, die in starkem Maße von Agglomeraten und basaltischen Laven durchsetzt sind. Mindestens ein Teil dieser Laven muß als effusiv oder subeffusiv angesehen werden (DENGO 1962 a: 139). Die klastischen Gesteine bestehen überwiegend aus Abtragungsprodukten von Vulkaniten. Derartige Gesteine, die in allen noch zu besprechenden Schichtgliedern verbreitet sind, werden im folgenden als tuffitische Arenite bezeichnet. Gesteine des Basalkomplexes sind in Costa Rica nur von der pazifischen Seite bekannt, bilden aber wahrscheinlich auch den Untergrund der Gebirge im Landesinneren. In Panama ist der Basalkomplex vorwiegend aus Vulkaniten aufgebaut. Vielleicht ist er dort nicht so weit verbreitet, wie die in diesem Bereich nach den Karten von TERRY (1956) gezeichnete Abbildung 1 angibt; der Basalkomplex setzt sich aber mit Sicherheit bis nach Kolumbien hinein fort (vgl. auch ROBERTS & IRVING 1957: Karte).