Original paper

Zur Genese des "Weißen Gebirges" im Blei-Zink-Erzbezirk des südlichen Rheinischen Schiefergebirges

Schulze, Ernst-Günther

Kurzfassung

A. Zusammenfassung Die diskordanten, tiefgreifend umgewandelten Gesteinsgänge des Weißen Gebirges zählen zu den Eigentümlichkeiten des Blei-Zink-Erzbezirks im südlichen Rheinischen Schiefergebirge (Lahn-Hunsrück-Gebiet). Die in ihrer Genese sehr umstrittenen Gesteine wurden geologisch, petrographisch, petrochemisch und geochemisch untersucht und charakterisiert. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Beziehung zwischen Magmatismus und gangförmiger Blei-Zink-Vererzung entgegengebracht. B. Einleitung Die Gesteinsgänge des "Weißen Gebirges" im südlichen Rheinischen Schiefergebirge haben seit fast einem Jahrhundert im gleichen Maß das Interesse der Geologen wie das der Petrographen und Lagerstättenkundler erregt (v. GRODDECK, SCHÖPPE, FUCHS, SPERLING u. a.). Es handelt sich bei ihnen um geringmächtige, mehr oder weniger stark umgewandelte Eruptivgesteinsgänge verschiedener Streichrichtungen, die im engen räumlichen Verband mit der gangförmigen Blei-Zink-Vererzung des gleichen Gebietes stehen. Problematisch war die genaue petrographische und petrochemische Charakterisierung des magmatischen Ausgangsgesteins ebenso wie die tektonische Stellung der Gangspalten. Unklarheit herrschte außerdem über die Ursachen und den Ablauf der hydrothermalen Umwandlungsvorgänge. Besonderes Interesse kam nicht zuletzt der Beziehung Magmatismus/hydrothermale Vererzung zu.