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Der Einfluß von Paläostrukturen auf die Entwicklung der Entwässerungssysteme Westafrikas und die Quartärgeschichte des Niger-Benue Stromgebietes

Buser, Hugo

Kurzfassung

Zusammenfassung Die Entwässerungssysteme im westlichen Teile Afrikas werden untersucht und ihre Beeinflussung durch die Paläostrukturen dargelegt. Diese scheiden den gesamten Raum in 6 große Hauptentwässerungsprovinzen, dargestellt auf Karte 2; 3 davon im Norden des nordnigerianischen Antiklinoriums - Araouane (A), Tilemsi-Sokoto (B), Tschad (C) -, die 3 übrigen im Süden des Antiklinoriums - Guinea (D), Niger-Delta (E), Benue-Cross River (F) -; sie bestimmen den Verlauf des Entwässerungsnetzes im Grundgebirge des afrikanischen Schildes, dargestellt auf Karte 1. Im einzelnen wird die Entwicklung des Niger-Benue-Flußsystems während des Quartärs untersucht und im Gebiet von Nigeria eine Gliederung der Pluvial- und Interpluvialperioden auf Grund der Terrassen und Erosionsniveaus versucht. Karte 4 stellt die Fundorte, Abb. 2 die Querprofile der Terrassen dar; Tab. 2 zeigt die vorgeschlagene Gliederung in 5 Terrassen; Tab. 3 stellt eine darauf gegründete Gliederung des Quartärs im Niger-Benue-Tal von Nigeria und eine Korrelation zwischen Pluvial- und Glazialperioden in Ostafrika und Europa dar; Tab. 4 enthält eine Zusammenfassung der hydrologischen und geologischen Vorgänge, die zur Entstehung des Niger-Benue-Großentwässerungssystems führten, sowie eine schematische Darstellung der Deltasedimentation. Stufen dieser Entwicklung sind: Erweiterung des Niger-Delta-Einflußbereiches auf die Tilemsi-Sokoto-Entwässerungsprovinz (Pluvial I, Interpluvial I/II), Überlauf des Araouane-Sees, Verbindung des Guinea-Nigers mit dem Delta-Niger, vermutlich während Pluvial II, Verbindung Niger-Benue (Pluvial III) und größte Meeresregression und Eintiefung während Pluvial IV (Würm I). Tektonisch scheinen Senkungen im Nigertal und Hebungen im Benuetal, neben der Erosion, an der Unterbrechung der Benue-Cross River-Entwässerung (vgl. Karte 3) und dem Zusammenfluß Benue-Niger beteiligt gewesen zu sein. Ein Hinweis auf verschiedene vorkretazische, wahrscheinlich präkambrische Terrassensysteme im westnigerianischen Grundgebirge wird gegeben (vgl. Profil 7). Für die vorquartären Verhältnisse wird auf eine zusammenfassende Arbeit verwiesen, in der die Paläostrukturen vom Grundgebirge bis in die jüngsten Ablagerungen untersucht werden und die eine Geologie Nigerias und der angrenzenden Gebiete vom paläostrukturellen Gesichtspunkt aus darstellt. Die auf englisch beschriftete Karte 1 ist dieser Arbeit entnommen.