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Ausweitung und Einengung an saxonischen Bauformen Südniedersachsens

Wunderlich, H. G.

Kurzfassung

Zusammenfassung Anhand einiger neuer, durch Bohrungen und Baugrubenaufschlüsse gewonnener Profile aus Südsaxonien wird der Frage nach dem Ausmaß horizontaler Bewegungskomponenten im Bruchschollengebirge nachgegangen. Im einzelnen wird das Göttinger Leinetalgrabenprofil in revidierter Form, das Vorkommen für Südhannover ungewöhnlich mächtiger pleistozäner Fließerden (als Nachtrag zum Problem der flachen Überschiebungen) sowie die Faltung im Bereich der Lohberg-Störungszone behandelt. Die saxonische Tektonik Südniedersachsens war vor allem in den Jahren von 1920 bis 1932 Gegenstand einer Reihe wichtiger und grundlegender Arbeiten des Göttinger Institutes unter Leitung von H. STILLE. Nach dem Kriege hat sich der Verfasser zeitweilig intensiv mit Fragen der saxonischen Tektonik der Göttinger Umgebung befaßt (WUNDERLICH 1955, 1957 a und b). Wenn seither Arbeiten über alpinotype Tektonik mehr in den Vordergrund traten, so ist doch darüber die saxonische Tektonik nicht vergessen. Nach wie vor aktuell ist die Frage nach Größe der Ausweitungs- und Einengungsbeträge, mit denen im Bruchschollengebirge gerechnet werden muß.