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Zur Frage der faziellen Hunsrückschiefer-Untergliederung im südwestlichen Taunus (Rheinisches Schiefergebirge)

Mittmeyer, Hans Georg

Kurzfassung

Die Grundzüge der Hunsrückschiefer-Untergliederung nach litho- und biofaziellen Merkmalen entwickelte FUCHS im Verlauf langjähriger Arbeiten. Er betrachtete die einzelnen Schichtglieder als stratigraphische Horizonte. Später setzte sich eine mehr fazielle Betrachtungsweise durch (NÖRING, SOLLE). Nach unseren über den Rahmen des Gebietes hinausreichenden Untersuchungen ergibt sich folgender Eindruck. Stratigraphische Gegebenheiten Der Hunsrückschiefer umfaßt stratigraphisch die Ulmen-Gruppe (Obersiegen, n. SOLLE 1950). Innerhalb der Ulmen-Gruppe lassen sich mit Hilfe des sukzessiven Erlöschens der Siegen-Fauna drei Niveaus unterscheiden: Hohe Ulmen-Gruppe mit Hysterolites prohystericus (MAUR.) als einziger Siegen-Form Mittlere Ulmen-Gruppe mit H. hystericus (SCHLOTH.), H. excavatus (KAYS.) und H. prohystericus Tiefe Ulmen-Gruppe mit H. hystericus, H. excavatus, H. prohystericus, H. primaevus (STEIN.), Rhenorensselaeria strigiceps (F. ROEM.) und Chonetes unkelensis (DAHM.). Diese Dreigliederung besitzt praktisch keine Bedeutung; sie wäre nur bei durchgehend vollmariner sandiger Entwicklung anwendbar (vgl. RÖDER 1960). Im Bereich der Hunsrückschiefer-Fazies ist außer der selten erschlossenen tiefen Ulmen-Gruppe ein zweites, sicher eingestuftes Bezugsniveau vorhanden, die sandig ausgebildeten Bornicher Schichten mit rheinischer Brachiopoden-Fauna (vorwiegend Spiriferen). Nach unseren Untersuchungen handelt es sich um ein hohes Niveau der mittleren Ulmen-Gruppe. Die Grenze Siegen-Ems wird durch die tiefste Porphyroidtuffit-Bank (P 1 des Lahngebietes) markiert. Biofazielle Gliederungsmöglichkeiten Vorläufig beschränken sich die Möglichkeiten auf das Niveau der Bornicher Schichten. Weitgehend horizontbeständig verhält sich nach unseren Eindrücken eine weitverbreitete fossilreiche Partie mit H. assimilis (FUCHS).