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Die Najaden der Bohrungen von Pfungstadt/Hessen

Modell, Hans

Kurzfassung

I. Auf Wunsch der Deutschen Erdöl-Gesellschaft (DEA) habe ich nunmehr die gesamten Najadenfunde aus den Bohrungen von Pfungstadt (an der Autobahn bei Darmstadt) einer neuerlichen genauen Durchsicht unterzogen, um die Altersstellung des fraglichen Schichtkomplexes zu klären. Bereits in einem früheren Bericht, den Dr. WINFRIED HINSCH in sein Referat "Über die Stellung des ,Obermiozäns' im Raume von Pfungstadt", erschienen August 1959, aufnahm, plädierte ich für Beginn des Pannon C. Ich muß mich heute dahin korrigieren, daß die Schichtlage etwas tiefer anzusetzen ist, nämlich End-Sarmat mit einem kurzen Übergreifen in das unterste Pliozän. Im allgemeinen sind Najadenfunde ja nicht gerade häufig. Es erscheint daher erstaunlich, was die immerhin nur auf 4 Bohrungen verteilten Funde hier an Najaden lieferten. Wenn auch nur ein ganz kleiner Teil als ausreichend für sichere artliche Bestimmung angesehen werden kann, genügte er doch völlig, um die Beziehungen zu Funden der weiteren Umgebung klarzustellen. Von allen diesen Funden sind es aber nur die von Montverdre, Dept. Drôme, die ich schon 1959 zum Vergleich herangezogen hatte, die Klarheit schafften. Es sind dies Unio sayni FONTANNES, U. sayni var. ectatus und var. rugosiusculus FONT., U. venerius FONT., U. capellini FONT., alle 1880 beschrieben, und weiter Unio vardinicus und nicolasi FONT. von 1883, ferner U. ogerieni LOCARD 1883. Alle stammen aus dem heutigen Einzugsgebiet des Rhone unterhalb Lyon. Um Wiederholungen zu vermeiden, bringe ich die Vergleiche mit diesen historischen Typen bei der Besprechung der einzelnen Formen. Im weiteren Sinne fällt auch eine Reihe der Najadenwandlungsformen des slavonischen Pliozäns in die weitere Verwandtschaft der Najaden von Pfungstadt.