Original paper

Der Mittlere Buntsandstein und die Solling-Folge in Südhessen und in den südlich angrenzenden Nachbargebieten

Laemmlen, Manfred

Kurzfassung

Zusammenfassung Vom Raum Fulda/Neuhof ausgehend, wo die Gliederung des Mittleren Buntsandstein und der Solling-Folge noch ohne jeden Zweifel möglich ist, wird anhand zahlreicher Geländeprofile die Gliederung dieser Schichtenfolge durch den Spessart bis zum Odenwald und Pfälzer Wald vorgenommen. Dabei zeigt es sich, daß im Spessart, der die Faziesscheide zwischen dem beckenwärtigen Profil des Fulda-Berglandes einerseits und der mehr randnahen Profile des Odenwaldes und Pfälzer Waldes andererseits darstellt, der Schlüssel für das Verständnis der süddeutschen Profile liegt. Von den früheren Bearbeitern wurde hier zum Teil der heutige Eichsfeld-Sandstein, zum Teil der heutige Rhön-Sandstein als Mittlerer Geröllhorizont angesprochen. Ähnliches gilt für den Felssandstein, als welcher zum Teil der echte Felssandstein, zum Teil die Solling-Folge angesprochen wurde. Dies rührt daher, weil die Solling-Folge, die sowohl im ganzen Odenwald als auch noch im südlichen Spessart fehlt, sich anfangs mit sehr geringer Mächtigkeit über dem echten Felssandstein entwickelt, nach Norden dann mehr und mehr heraustritt, während jener zugleich an Deutlichkeit verliert und sich der unterlagernden Spessart-Wechselfolge immer mehr angleicht. Im Odenwald sind im Mittleren Buntsandstein noch sämtliche Folgen vertreten; die Untere KLEMMsche Geröllage entspricht dem Eichsfeld-Sandstein, die Obere KLEMMsche Geröllage dem Spessart-Sandstein und der von HASEMANN erkannte obere Zwischengeröllhorizont dem Rhön-Sandstein. Der Obere Geröllhorizont bildet das Äquivalent des Felssandstein des Spessart. Im Pfälzer Wald umfaßt der Mittlere Buntsandstein die Karlsthalschichten und das Hauptkonglomerat; auch hier lassen sich noch sämtliche Folgen nachweisen. Besonders deutlich ist der Rhönsandstein in der Karlsthalfelszone entwickelt. Das Hauptkonglomerat entspricht dem Oberen Geröllhorizont des Odenwalds bzw. dem Felssandstein des Spessarts; das darüberliegende Karneolkonglomerat repräsentiert die Solling-Folge. Für den Nordschwarzwald ergibt sich, daß das dortige Hauptkonglomerat nicht mit dem Hauptkonglomerat des Pfälzer Waldes parallelisiert werden darf, da das Schwarzwälder Hauptkonglomerat die ganze Rhön-Folge und die tiefere Spessart-Folge einschließt. Überlegungen, die sich an den stratigraphischen Teil anschließen, betreffen hauptsächlich die Obergrenze des Mittleren Buntsandstein. Sie führen zu der Erkenntnis, daß in dem behandelten Raum mindestens zwei Violette Grenzzonen vorhanden sind, die sich nach Süden durch das Ausfallen der zwischengelagerten Solling-Folge zu einem Horizont, den Karneol-Dolomit-Schichten, zusammenschließen. Für die Paläogeographie des Buntsandsteinbeckens zeichnen sich erste Hinweise ab. Es zeigt sich, daß die Buntsandsteinschichtenfolge mit ihren horizontalen faziellen Veränderungen das Produkt einer ganzen Anzahl von Schuttfächern unterschiedlicher Ausdehnung und Herkunft ist. Dabei waren die umliegenden Liefergebiete zum Teil zur selben Zeit zugleich, zum Teil zu verschiedenen Zeiten und dabei wiederum mit unterschiedlicher Beteiligung wirksam. Ein stratigraphischer Vergleich mit neueren Buntsandsteingliederungen innerhalb des behandelten Raums beschließt die Arbeit.