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Vermessung des erdmagnetischen Feldes in Bayern innerhalb der Jahre 1950-1963

Angenheister, G.

Kurzfassung

Bei der Vermessung des erdmagnetischen Feldes F-> unterscheidet man zwischen Regional- und Spezialvermessungen. Die ersteren werden mit weitem Punktabstand (0,5 bis 50 km) über große Areale (z. B. Land Bayern), die Spezialvermessungen mit engem Punktabstand (5 m - 1 km) über spezielle Untersuchungsgebiete durchgeführt. Bei einer Regionalvermessung werden oft so viele Elemente des Erdfeldes (Deklination D, Inklination I, horizontale Komponente H, vertikale Komponente Z, Totalintensität T) gemessen, daß der Vektor F des Magnetfeldes vollständig bekannt ist; bei der Spezialvermessung beschränkt man sich dagegen fast immer auf ein oder zwei Elemente des Feldes (z. B. Z oder T), wobei je nach den verwendeten Instrumenten oft nur Differenzen des Elementes gemessen werden (Wert an der Feldstation minus Wert an der Basisstation, z. B. A Z). Aus den Ergebnissen der Regionalvermessung kann meist ein Normalfeld berechnet werden, während die Spezialvermessung der Lösung geologischer Probleme dient. Sind die speziellen Untersuchunsgebiete und deren Anomalien relativ ausgedehnt - etwa einige zehner Kilometer -, so spricht man oft von Regional-Anomalien. Die Regionalvermessung Bayerns wurde in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von JOHANN VON LAMONT begonnen und von I. B. MESSERSCHMITT und F. BURMEISTER weitergeführt; seit 1959 setzt K. WIENERT diese Arbeit fort. F. BURMEISTER (1956) hat Karten der Reichsvermessung für 1935.0 herausgegeben. Hierin ist auch das Normalfeld für Bayern enthalten. 1960 und 1962 berichtet F. BURMEISTER über seine Regionalvermessung II. Ordnung von Bayern, bei der er an 686 Stationen in Bayern das Magnetfeld bestimmt hat. Aus dieser Vermessung berechnet er das Normalfeld Bayerns für 1955.0, ferner die Abweichungen vom Normalfeld und die Säkularvariation.