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Ein lößbedecktes Lateritprofil in Nordhessen

Bargon, E.; Rambow, D.

Kurzfassung

Zusammenfassung Aus einer Ziegeleitongrube zwischen Obervorschütz und Gudensberg wird ein Lateritprofil beschrieben, dessen Entstehung im oberen Miozän angenommen wird. Das Profil ist mit Lößlehm bedeckt. Der zu beschreibende Aufschluß liegt in der zwischen Gudensberg und Obervorschütz gelegenen Ziegeleitongrube Hohmann (s. Abb. 1). Dieser Aufschluß wird von BLANCKENHORN bereits in den Erläuterungen zu Blatt Gudensberg (1919) wie auch in seiner nachgelassenen, von Professor UDLUFT herausgegebenen Arbeit "Das Tertiär Niederhessens" behandelt. Die Anregung, diesen Aufschluß einer erneuten Untersuchung zu unterziehen, ging von Herrn Professor UDLUFT aus. Im Herbst 1962 wurde von BARGON von der Nordwand der Ziegeleitongrube ein 7,5 m langes Lackprofil gefertigt. Das Lackprofil zeigt, dem damaligen Aufschlußstand entsprechend, unter dem Löß (bzw. Lößlehm) ein in starkem Maße durchbewegtes Bodenprofil - wahrscheinlich periglaziale Kryoturbationen. Es wird im Hess. Landesamt für Bodenforschung in Wiesbaden aufbewahrt. Den Aufschlußstand vom Herbst 1963 gibt die Abb. 2 wieder. Das Profil ist im wesentlichen ungestört und autochthon. Der Übergang vom ungestörten zum stark durchbewegten Profil vollzieht sich in etwa 10 m, so daß beide Profilausbildungen auch nebeneinander beobachtet werden konnten. Unmittelbar unter der in etwa 210 m ü. NN gelegenen Sohle der Tongrube steht Muschelkalk an. Dieses ist um so bemerkenswerter, als südwestlich, südlich, südöstlich, nördlich und nordöstlich des Aufschlusses in etwa 1,5 bis 2 km Entfernung gelegene Bohrungen die Tertiärbasis erst etwa zwischen 130 m und 100 m NN angetroffen haben. Unter Ausfall des älteren Tertiär, das in den Bohrungen vorhanden ist, liegt dem Muschelkalk unmittelbar der Untere Rupelton auf. Die mikropaläontologische Untersuchung führte freundlicherweise Herr KARSCHNY aus. Im oberen Teil des Lateritprofils (bis einschließlich dem gelben Fleckenhorizont) konnte von MEISL im Schliff völlig zersetzter Basalt mit Pseudomorphosen von Iddingsit nach Olivin nachgewiesen werden. Makroskopisch fand sich beim jetzigen Aufschlußstand kein Basalt. Sein Auftreten wurde jedoch auch schon von BLANCKENHORN erwähnt. Außerdem fanden sich in dieser Zone bis 30 cm große Quarzitbrocken ("Tertiärquarzit"), die offenbar - vor, während oder nach der Bodenbildung - von oben in das Profil eingesunken sind. Das Einsinken derartiger Quarzitblöcke in einen tonigen, aufgeweichten Untergrund kann verschiedentlich beobachtet werden. BLANCKENHOKN beschreibt z. B. in Röttone eingesunkene Tertiärquarzite. Gleiche Vorgänge sind auch rezent denkbar.