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Zur Tektonik des Salzstocks von Lüneburg

Engels, B.

Kurzfassung

Es wurde im wesentlichen über die "Ergebnisse strukturgeologischer Untersuchungen am Salzstock von Lüneburg" (siehe Veröffentlichung m den Mitt. Geol. Staatsinstitut in Hamburg, H. 34, S. 126-137, Hamburg 1965) berichtet. Spezielle Untersuchungen in den aufgelassenen Kalksteinbrüchen am Zeltberg und an der Heil- und Pflegeanstalt ("Volgershall") sowie in den ehemaligen Gipsbrüchen am sog. "Kalkberg" und Schiltstein deuten auf komplizierte Auf- und Abwärtsbewegungen ("Pumping") während der Aufbeulung und des Salz-Durchbruchs hin. Aus den ermittelten Lagerungsverhältnissen wird geschlossen, daß das Zentrum des Auf- und Durchbruchs südöstlich des "Kalkbergs" liegt und daß das Salz hier vor allem nordwestvergent austrat bzw. in westlicher bis nördlicher Richtung überquoll. Die bis 1330 m tiefen Bohrungen am Westrand des Salzstocks ergaben bekanntlich mehrfache Repetitionen von hauptsächlich steilstehenden Schichten des Zechsteins und der Trias, was mit den bisherigen Vorstellungen (vgl. Profil der geol. Karte, Blatt Lüneburg, 3. Aufl., Berlin 1922 und bei SEIBOLD, E.: "Aus der Heimat", 65, H. 1/2, S. 8-16, Öhringen 1957) kaum zu vereinbaren ist. Diese merkwürdigen Lagerungsverhältnisse finden dagegen auf Grund der strukturgeologischen Untersuchungsergebnisse eine Erklärung (vgl. Abb. 1). Offenbar kam es beim Aufstieg des Salzes zu nordwestvergenten Falten und Überschiebungen, so daß die Schichten im NW besonders steil aufgerichtet und zerstückelt wurden. Außerdem haben auch Abschiebungen und grabenartige Einbrüche im Scheitelbereich des Salzstocks mitgewirkt.