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Die Inkohlung im saar-lothringer Karbon, verglichen mit der im Ruhrkarbon

Teichmüller, Marlies; Teichmüller, Rolf

Kurzfassung

Zusammenfassung Von den verschiedenen Inkohlungsmaßstäben hat sich an der Ruhr der Gehalt an Flüchtigen Bestandteilen am besten bewährt, während an der Saar die Inkohlungsunterschiede am genauesten mittels Wassergehalt und Verbrennungswärme des aschefreien Vitrits erfaßt werden können. Das ist die Folge des sehr verschiedenen Inkohlungsgrades der Kohlen, die in beiden Revieren vorzugsweise gebaut werden. Letzten Endes ist es darauf zurückzuführen, daß das subvariscische Ruhrkarbon ungleich stärker an das Variscikum angefaltet, aufgewölbt und denudiert worden ist als das saar-lothringer Karbon der Saar-Saale-Senke. Da in den älteren, tiefversenkten Flözgruppen eines Kohlenbeckens die Inkohlung vor dem Beginn der Faltung schon weit vorgeschritten war, während die Inkohlung der jüngeren Flözgruppen erst das Anfangsstadium erreicht hatte, ist die Inkohlung im tiefabgetragenen Ruhrkarbon vorwiegend präorogen; im saar-lothringer Karbon mit seinen vergleichsweise höheren Stockwerken ist dagegen die Inkohlung noch deutlich von der Faltung beeinflußt worden. Die synorogene Inkohlung spielt hier deshalb eine viel größere Rolle als an der Ruhr. In beiden Revieren ist aber die Inkohlung älter als die Zerblockung des gefalteten Steinkohlengebirges. Der Inkohlungsgrad hängt in beiden Kohlenbecken ab von der Stärke und Dauer der Erhitzung der Kohle bei ihrer Versenkung in größere Tiefen. Das erklärt die relativ schwache Inkohlung am Südrand des Ruhrkohlenbeckens, auf dem Krefelder Gewölbe und im Bereich der großen Sättel, andererseits die relativ starke Inkohlung im Bereich der großen Mulden und über Plutoniten im tieferen Untergrund (ein Beispiel einer telemagmatischen Inkohlung wird von Erkelenz [Rheinland] näher beschrieben). - Auch der Saarbrücker und Merlebacher Sattel zeichnen sich gegenüber ihrer Umgebung durch eine schwächere Inkohlung aus.