Original paper

Allgemeine Harzexkursion

Richter-Bernburg, G.; Hinze, C.; Meyer, K.-D.

Kurzfassung

Die Exkursion sollte einen Überblick vermitteln über den Aufbau des Varistikums im westlichen Oberharz und über das am Harz-Nordrand steil aufgerichtete Mesozoikum (Exkursionsroute s. Abb. 1). Die Exkursion führte über Seesen zum südlichen Harzrand nach Osterode. 1. Von einer hochgelegenen Stelle am südlichen Stadtrand (Kaserne) bot sich ein Überblick auf die Verebnungsflächen des Harzrumpfes. Unter dem flach nach Süden einfallenden Zechstein steigt die permische Peneplain - mit auflagernden Zechstein-Relikten - nordwärts an, bis sie in ca. 550 m Meereshöhe von der alttertiären Fastebene subhorizontal gekappt wird. 2. An der Straße zum Krankenhaus Osterode befindet sich der klassische Aufschluß an der "Fuchshalle" mit diskordanter Auflagerung des Zechsteins über intensiv gefaltetem Kulm-Kieselschiefer. In Taschen der permischen Peneplain liegt ockergelbes, mürbes Zechstein-Konglomerat, auf den Buckeln dagegen Kupferschiefer. Der Zechsteinkalk ist als scherbig brechendes, mergeliges Karbonatgestein in der nördlichen Ecke der Grube aufgeschlossen (Abb. 2). 3. Grauwacken-Steinbruch im Kulm III ß 5/6 am Zechenhaus an der Unteren Innerste. Hier wurden die Strömungsmarken auf den Unterseiten der senkrecht stehenden Schichten diskutiert. 4. Oberharzer Museum in Clausthal-Zellerfeld: Modell der Oberharzer Gänge und Bergwerksanlagen bieten einen Überblick über den jahrhundertealten, heute fast völlig stillgelegten Bergbau. Die Sammlung zeigt die Mineralfülle der Gangerze. 5. Heute ist die Suche nach schönen Erzstufen nur noch auf den Halden des alten Bergbaus möglich. Die Halde am Bockswiese-Festenburg-Schulenberger Gangzug bei Oberschulenberg bot Stücke von Malachit, Kupferkies, Bleiglanz usw. 6. Am Parkplatz bei Oberschulenberg konnten einige Fossilien im Kulm III ß 5/6, mucronatus-Subzone (nach FUHRMANN 1952) gesammelt werden. Profil des Romkerhaller Wasserfall-Felsens mit Stringocephalen-Kalk und Oberdevon in Schwellenfazies im Kontakbereich des Oker-Granits (BEUSHAUSEN 1900, WACHENDORF 1961). Klippenreihen des Granits werden durch etwa herzynisch streichende Zonen starker Vergrusung getrennt, deren Ursache noch nicht geklärt ist. Nach Rückfahrt über Oker, Goslar und ab Derneburg über die Autobahn endete die Exkursion gegen 19 Uhr in Hannover.