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Gliederung und Genese des Flammenmergels (Alb) in Hils- und Sackmulde (Süd-Hannover)

Jordan, Heinz

Kurzfassung

Zusammenfassung Der 90 bis 190 m mächtige Flammenmergel der Sack- und Hilsmulde wurde durch geologische Kartierung und Profilaufnahmen in 5 lithologische Einheiten, Flammenmergel 1 bis 5, untergliedert. Der Flammenmergel 1 ist ein zum Hangenden hin zunehmend kieseliger Mergelstein, der im Hils mit spiculitischem und hornsteinführendem Quarzit abschließt. Flammenmergel 2 a und 3 sind tonig ausgebildet, getrennt durch den stark kieseligen Mergelstein des Flammenmergels 2 b. Der Flammenmergel 4 zeichnet sich durch Lagen von Kalksteingeoden, der Flammenmergel 5 durch besonders stark kieseligen Mergelstein aus. Über die Biostratigraphie des Flammenmergels wurde ausführlich an anderer Stelle berichtet (JORDAN & SCHMID 1968). Aufgrund der Mächtigkeitspläne und sedimentologischer Kriterien wird angenommen, daß die Flammenmergel-Sedimente infraneritisch in einer NW-SE-gestreckten Meeressenke gebildet wurden. Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit Bewegungen an der Leinetalachse. Die Zusammensetzung der sehr heterogenen Gesteine des Flammenmergels wurde mikroskopisch, chemisch und röntgenographisch untersucht. An feingeschichteten Gesteinen konnte gezeigt werden, daß während der Sedimentation von feinsandigem Kalk-Ton-Schlamm schubweise große Mengen von Kieselschwammnadeln abgelagert wurden. Anschließend wurde die Sedimentschichtung meist vollständig durch Bioturbation zerstört. Konkretionen und Verdrängungsgefüge geben Aufschluß über die Diagenese der Sedimente. Die Opal-Schwammnadeln blieben selten erhalten. Es ließ sich an Reliktstrukturen nachweisen, daß der Opal zum größten Teil vor oder bei der Einbettung ins Sediment aufgelöst wurde oder im Sediment calcitisiert wurde. Die freigesetzte Kieselsäure wurde als kieseliges Bindemittel fixiert. Gleichzeitig wurde der Kalk-Ton-Schlamm diagenetisch entmischt und es entstanden lagenweise die Kalksteingeoden. Die Diagenese erfolgte im wesentlichen sehr früh, in den obersten Metern des Sedimentes.

Abstract

The Flammenmergel ("flame marl", Albian) of the Sack- and Hils-trough (South of Hannover) with a total thickness of 90 to 190 meters was subdivided into five lithological units, Flammenmergel 1 to 5. The Flammenmergel 1 is a marlstone, getting increasingly siliceous towards the upper bed, and in the Hils ending with a spiculitic and chertbearing quartzite. The Flammenmergel 2 a and 3 are of argillaceous consistency, separated by the strongly siliceous marlstone of the Flammenmergel 2 D. Flammenmergel 4 is characterized by layers of limestone concretions, Flammenmergel 5 by especially strongly siliceous marlstone. The biostratigraphy of the Flammenmergel is extensively treated at another place (JORDAN & SCHMID 1968). On the base of isopach maps and sedimentological criteria it is assumed that the Flammenmergel Sediments were formed infraneritically in a depression of the sea-floor, extending from NW to SE. The composition of the very heterogeneous rocks of the Flammenmergel was investigated by microscope, by chemical and X-ray methods. In laminated parts of the rocks, it could be demonstrated that during Sedimentation of fine-sandy calcareous clay mud large amounts of siliceous sponge spicules were deposited there in repeating periods. With rare exceptions, the sedimentary bedding was completely detroyed by bioturbation. Concretions and fabrics of replacement give an insight in diagenesis of the Sediments. The opal spicules have only seldom been preserved. As proved by relict structures; the greatest part of the opal either was dissolved during or prior to embedding into the sediment, or was calcified therein. The released silica was fixed as siliceous cement. At the same time lime of the calcareous clay mud was concentrated in layers of limestone geodes. Diagenesis essentially took place very early, in the uppermost meters of the sediment.