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Zur Stratigraphie und faziellen Entwicklung der silurisch-devonischen Grenzschichten in einigen Gebieten Marokkos

Alberti, Gerhard K. B.

Kurzfassung

Die Untersuchung des höheren Silurs (Budnanium) bis Mitteldevons in einigen Gebieten von Nord- und Zentral-Marokko ergab hinsichtlich der litho- und biofaziellen Entwicklung das Bestehen weitgehender Analogien mit derjenigen im Barrandium, im Unterharz und in SE-Marokko. Dagegen sind die Beziehungen zu Thüringen-Franken, Süd-Sardinien und zum Katalonischen Küstengebirge anscheinend weniger deutlich. In Nord-, Zentral und SE-Marokko ist das höhere Silur bis Mitteldevon vorwiegend in herzynischer Fazies entwickelt, seltener sind Ablagerungen der rheinischen Fazies. Diese nehmen dafür von SE-Marokko nach SW (zum Unterlauf des Draâ) auffallend zu (HOLLARD). Eine Korrelation der silurisch-devonischen Grenzschichten der rheinischen mit denen der herzynischen Fazies ist hier, grob gesehen, möglich (HOLLARD, ALBERTI). Im Antiklinorium von Rabat-Tiflet ist das Lochkovium als eine Wechselfolge von dunklen, bituminösen Plattenkalken und Tonschieferlagen oder aber hellgrauen, körnigen Kalken mit Schiefereinlagerungen ausgebildet. Graptolithen, Tentaculiten und Trilobiten sichern ihre Zuordnung zum Lochkovium. Konkordant folgt auf das Lochkovium die Prager Stufe des Unterdevons. Sie läßt eine deutliche Faziesdifferenzierung erkennen, die an diejenige im Barrandium erinnert, aber auch Beziehungen zum Unterharz erkennen läßt: 1. Princeps-Kalk und rötliche organodetritische Kalke, 2. Knollige Tentaculitenkalke, 3. Dünnbankige "Schlammkalke" und Kalkmergel. Die Fauna weist sehr nahe Beziehungen zum Pragium des Barrandiums auf. Das höhere Unterdevon ist zumeist als organodetritischer Kalk, das Eifelium als Tonschiefer (mit nahen faunistischen Beziehungen-zum Wissenbacher- und Daleje-Schiefer) entwickelt.