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Zur Kenntnis des Paläozoikums in Vorderasien

Wolfart, Reinhard

Kurzfassung

Anhand einer kurzen Zusammenfassung der Kenntnisse über das Paläozoikum Vorderasiens wird die paläogeographische Entwicklung innerhalb dieses Raumes erörtert. Paläozoische Ablagerungen treten beiderseits des ziemlich einheitlichen, im SW-Iran, Irak und Syrien gelegenen mesozoisch-känozoischen Senkungsgebietes zutage. Sie markieren die alten Kerne, die das assyntisch konsolidierte Fundament bilden. Im Bereich des Arabischen Schildes tritt das Kristallin als geschlossene Einheit auf, die vermutlich während des ganzen Paläozoikums der Erosion ausgesetzt war. Von der Türkei bis nach Afghanistan bildeten die höchsten Erhebungen des Fundamentes in den marinen Abschnitten des Paläozoikums einen riesigen Archipel. Die Mächtigkeit der paläozoischen Ablagerungen liegt in fast ganz Vorderasien nur selten wesentlich über 3000 m. Demnach gehörte fast der gesamte vorderasiatische Raum bis nach Afghanistan einem Gebiet mit etwa gleichen Absenkungsbedingungen an, das sich während des ganzen Paläozoikums als vergleichsweise starrer, in sich gegliederter Block verhalten hat. Im Norden endete jener Block an der Kaukasus-Geosynklinale (bis 17 000 m Sedimente), im Osten am ostafghanischen Trog (bis 12 000 m Sedimente).