Original paper

Über einige Probleme der Harztektonik

Schwan, W.

Kurzfassung

Auf verschiedene, infolge ihrer Kompliziertheit derzeit umstrittene oder noch unklare geologische Verhältnisse im Harz möchte ich im folgenden aufmerksam machen. Dabei handelt es sich zum Teil um Fragen, die seit längerem vorliegen, und zum Teil um solche, die erst in letzter Zeit entstanden. In einigen Fällen deuten sich schon Lösungen an, in anderen müssen sie noch gefunden werden. Vier im Prinzip ähnliche Strukturprobleme bestehen speziell in den NW-Randzonen sowie im Inneren der größeren, ± kompetenten Gesteinskomplexe unter den Harzeinheiten, und zwar im Hinblick auf die dortige Lagerungsweise der Schichten und die spezielle Strukturbildung in ihnen. Diese Stabilkomplexe sind 1. die Südharzmulde (und Selkemulde), 2. der Tanner Grauwackenzug, 3. der Acker-Bruchberg und 4. der Elbingeröder Komplex. Die NW-Ränder der starren Gesteinskomplexe stellen bei der herrschenden NW-Vergenz im Harz großenteils Hauptbewegungsfronten dar. Jedoch sind die tektonischen Gestaltungen in den z. T. stark bewegten NW-Randzonen der vier stabilen Einheiten sehr verschiedenartig gewesen, und hier erheben sich die ersten Fragen.