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Limnogeologische Probleme in Nordwestdeutschland

Grahle, Hans-Olaf

Kurzfassung

Die geologische Erforschung der niedersächsischen Binnengewässer ist vom Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung seit mehreren Jahren in die geologische Landesuntersuchung einbezogen worden. Dabei haben sich nicht nur für die Seenforschung im engeren Sinne, sondern auch für die Quartärgeologie als solche bedeutsame Aspekte, aber auch Probleme ergeben, deren Lösung des Zusammenwirkens von Geologie und Limnologie in Methodik und Betrachtungsweise bedarf. An Einzelbeispielen einen Einblick in die Probleme zu vermitteln, die sich bei der geologischen Untersuchung der natürlichen niedersächsischen Binnenseen ergeben, waren Ziel und Zweck einer limnologischen Exkursion, die anläßlich der 117. Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Hannover durchgeführt wurde. Bei der erdgeschichtlichen Analyse von Landschaftselementen aus jüngsten geologischen Zeiträumen von der Art der niedersächsischen Seen stehen für den Geologen mehrere Probleme im Vordergrund. Zunächst erhebt sich die Frage nach der Anlage und Gestaltung der früher oder heute noch wassererfüllten Hohlformen. Sie spielt im nordwestdeutschen Raum eine um so größere Rolle, als die Genese der Hohlformen vielfach nicht mit der glaziären Morphogenese in unmittelbarem Zusammenhang steht, wie es im Gebiet der weichselzeitlichen Vereisung fast ausschließlich der Fall ist. Daraus ergeben sich beim Fortschreiten der Untersuchungen z. B. wesentliche Erkenntnisse für den Ausbau der Seetypenlehre ("Seetypen in geologisch-genetischer Hinsicht", NAUMANN 1931). Von Bedeutung ist hierfür, daß die eigentliche Hohlform - naturgemäß unter Berücksichtigung der Umgebung - ohne Sedimentbedeckung gewertet wird und nicht der Seeboden (= Basis des Wasserkörpers).