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Zur Geologie des Piesberges bei Osnabrück

Keller, G.

Kurzfassung

1. Ursache und Zeit der Tektogenese Der nach Nordwesten in das Norddeutsche Tierland vorstoßende Keil des Mitteldeutschen Berglandes enthält drei herzynisch gerichtete paläozoische Aufbrüche, die in Hinsicht auf Struktur und Inhalt wie kleine Harze wirken. Während der Hüggel südlich von Osnabrück und der Schafberg bei Ibbenbüren noch in der Nähe der bedeutenden Osning-Überschiebung zu finden sind, nimmt der nur 1,9 km lange und 1,2 km breite Piesberg eine Sonderstellung ein. Zwar bildet er noch nicht das westliche Ende der bei Melle kaum bemerkbaren, dann sich kräftig entwickelnden Piesberg-Achse, wohl aber ihre bedeutendste Erhebung (Abb. 1). Dergestalt mag die tektonische Eingliederung des Piesberges in die ihm zugehörende Struktur gelingen, doch ist die fast punktförmige, unvermittelte Emporwölbung seines Karbons aus mehr als 2000 m Tiefe schwer deutbar (Abb. 2). Nach neueren Untersuchungen, die von Münster ausgingen und auch die Begleittektonik berücksichtigen, handelt es sich beim Piesberg nicht um den einfachen Sattel früherer Auffassung, sondern um eine tektonische Beule, die LOTZE 1953 als Horstbeule spezifizierte. Ihr Aufstieg wird auf geringtiefe magmatische Vorgänge zurückgeführt.