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Die hydrogeologische Bedeutung pleistozäner Rinnen im Raum Hamburg

Löhnert, E.

Kurzfassung

1. Historischer Abriß Seit 1890 nutzt die Hamburger Industrie, darunter als erster Großbetrieb die Billbrauerei, Grundwasser aus pleistozänen Rinnen; um die Jahrhundertwende kam die Erschließung für die öffentliche Trinkwasserversorgung dazu. Eine Vielzahl ergiebiger Industrie- und Wasserwerksbrunnen in verschiedenen Teilen des Stadtgebietes hat das ehemals mit über 10 m artesisch übertage austretende Wasser inzwischen stark entspannt. Neue Brunnenbohrungen bringen jedoch immer noch weitere Nutzungsmöglichkeiten. Das unterstreicht nachdrücklich die aktuelle hydrogeologisch-wasserwirtschaftliche Bedeutung pleistozäner Rinnen für unseren Raum. WIBEL und GOTTSCHE haben die ersten Rinnenprofile aus Hamburg bekannt gemacht. WOLFF und E. KOCH haben die Kenntnisse über Bau und Entstehung der Rinnen erweitert. Die "gleichartige Auffüllung" der "Becken" (nach KOCH) mit elstereiszeitlicher Grundmoräne und bzw. oder Schmelzwassersanden und -kiesen, Feinsanden, Lauenburger Ton und schließlich Holstein-Interglazial ist nach Bohraufschlüssen aus jüngster Zeit weit komplizierter aufgebaut als früher vermutet.