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Geochronologie der präkambrischen Systeme Marokkos, Westafrikas und der Zentralsahara, ihr radiometrisches Alter und das Problem ihrer Verjüngung

Machens, Eberhard

Kurzfassung

Präkambrisches Grundgebirge steht in West- und Nordwestafrika in 4 Gebieten an: 1. Im Anti-Atlas, 2. in der Reguibat-Schwelle, die sich von Rio de Oro durch Mauretanien bis in die algerische Sahara hinzieht, 3. im Hoggar-Massiv der Zentralsahara und seinen beiden südlichen Ausläufern, dem Adrar des Iforas und dem Air, 4. in der Oberguinea-Schwelle, die sich von Sierra Leone und Liberia bis nach Nigeria erstreckt. 4. Die mesozoischen Überflutungen halten sich fast ausschließlich an die vor ± 500 MA reaktivierten Gebiete (Jurameere im Osten, Kreidemeere der afrikanischen Westküsten), Nigerias und der Zentralsahara. Die Beobachtung der thermo-tektonischen Reaktivierungszonen im afrikanischen Grundgebirge fügt sich im übrigen nicht mehr in das geotektonische Konzept des langsamen Wachstums des Kontinentes ein. Sie läßt vielmehr erkennen, daß der Kontinent zu einer bestimmten Zeit einer beginnenden Auflösung unterworfen war, die an einigen Stellen sogar zu Geosynklinalbildungen führte. Dieses Bild der beginnenden Auflösung des Kontinents in spätpräkambrischer bis altpaläozoischer Zeit - hier aus radiometrischen Daten abgeleitet - zeigt weitgehende Anklänge an das STILLEsche Konzept des algonkischen Umbruchs.