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Zur Entstehung und Klassifizierung von Arkosen

Schäfer, Karlheinz

Kurzfassung

Unter der Bezeichnung "Arkose" hat A. BRONGNIART (1826) Sandsteine beschrieben, die sich aus mittel- bis grobkörnigen Bruchstücken von Quarz und Feldspäten, sowie deren Verwitterungsprodukt Kaolinit, etwas Glimmer und Akzessorien zusammensetzen. Heute versteht man i. a. unter einer Arkose ein klastisches Sediment der Korngröße 20 [63] µ-2000 µ, wobei mehr als 50% der Komponenten zwischen diesen beiden Werten liegen müssen und mehr als 50% davon aus silikatischem Detritus bestehen. Mindestens 25% dieser Silikate müssen Feldspäte sein. Diese Feldspäte liegen vorwiegend als Orthoklase und Mikrokline, wenige als Albite und Oligoklase und selten als basischere Plagioklase vor. Arkosen verdanken ihre Entstehung vor allem der Verwitterung von sauren Magmatiten (Granit, Syenit, Granodiorit), aber auch Metamorphiten (Gneis), sowie in einigen Fällen der Umlagerung von feldspatreichen Sedimenten. Auf diese Ausgangsgesteine muß nun das Klima in der Form einwirken, daß die physikalische Verwitterung gegenüber der chemischen in hohem Maße vorherrscht. Es bedarf also eines intensiven Zerfalls des Ausgangsgesteins bei nur geringer Zersetzung der Mineralien. Weiterhin muß der Gesteinszersatz so transportiert werden, daß der Verlust an Feldspäten gering ist. Diese Bedingungen sind am besten in Gebieten mit aridem sowie kaltem Klima verwirklicht. Nur von zweitrangiger Bedeutung sind die Bildungen von Arkosen in feuchtem und warmem Klima. Wo treten nun innerhalb der stratigraphischen Abfolge bedeutende Vorkommen von Arkosen auf? Es läßt sich allgemein feststellen, daß Arkosen ihre wesentlichste Verbreitung im Gefolge oder unmittelbaren Anschluß an Gebirgsbildungen erfahren, dann nämlich, wenn die sedimentären Hüllen der Gebirgsstränge abgetragen und die tieferen kristallinen Komplexe erodiert werden.