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Zur mikrofloristischen Schichtengliederung im rheinischen Braunkohlenrevier

von der Brelie, G.

Kurzfassung

Im rheinischen Braunkohlenrevier wurden erstmalig in größerem Umfange, nach Entwicklung spezieller Auswertungsmethoden, pollenanalytische Untersuchungen zur Klärung der Flözzusammenhänge herangezogen. Da die Bildung des Hauptflözes und der Oberflöze vom Gesichtspunkt der Vegetationsentwicklung in einem relativ kurzen Zeitabschnitt erfolgte, sind über das gesamte Profil vom Liegenden zum Hangenden hinsichtlich der qualitativen Zusammensetzung der Mikroflora keine wesentlichen Unterschiede vorhanden. Nach ihrem mengenmäßigen Auftreten in den verschiedenen Teilen der Flözprofile zeigen jedoch bestimmte Pollen-Spezies erhebliche Abweichungen und ermöglichen damit, unter Anwendung quantitativer Auswertungsmethoden, eine Gliederung des Schichtenkomplexes. Es lassen sich vier mikrofloristische Abschnitte von unten nach oben (I-IV) erkennen, die ihrerseits noch weiter zu untergliedern sind. Von besonderer stratigraphischer Bedeutung, d. h. geeignet für eine großräumigere Parallelisierung, sind die Abschnittsgrenzen II/III und III/IV. Die Grenze II/III liegt im Bereich der geschlossenen Hauptflözentwicklung im Tagebau Fortuna 40 m über der Basis und im Bereich der Flözaufspaltung innerhalb des Flözes Frimmersdorf a. Die Grenze III/IV fällt in das Oberflöz bzw. die Oberflözgruppe. Da die Florenwechsel, nach denen die Abschnittsgrenzen festgelegt wurden, auch außerhalb der Niederrheinischen Bucht vorhanden sind, dürften diese auf weiträumigen klimatischen Veränderungen beruhen. Von den 5 Unterflözen zeigen die oberen beiden eine Mikroflora, die derjenigen der darüberfolgenden Basispartien des Hauptflözes entspricht, aber dem Aquitan angehören dürfte. Die tieferen Unterflöze lassen eine Flora des Chatt erkennen. Ablagerungen des Pliozäns enthalten nur noch wenige Relikte der miozänen Pollenflora. Eine sichere Ansprache des Pliozäns in der Niederrheinischen Bucht wird jedoch durch häufige Umlagerungen miozänen Materials erschwert.