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Altersbestimmungen an Gläsern und Mineralien mit der Spaltungsspurenmethode (unter dem Mikroskop)

Wagner, G. A.

Kurzfassung

I. Einführung Die physikalischen Verfahren zum Messen geologischer Zeiträume haben im letzten Jahrzehnt einen gewaltigen Aufschwung genommen. Das gilt nicht nur für die Verfeinerung der Methoden. Es sind auch neue Methoden hinzugekommen. Eine von ihnen ist die Spaltungsspurenmethode, auch "fission-track"-Methode genannt. Sie wurde erstmals von PRICE und WALKER (1963) beschrieben. Wie die anderen physikalischen Altersbestimmungsmethoden beruht sie auf der radioaktiven Kernumwandlung einer instabilen Muttersubstanz in stabile Tochtersubstanzen. Damit gehört auch die Spaltungsspurenmethode in die Gruppe der "radioaktiven" Altersbestimmungsmethoden. Andererseits weist sie bestimmte Besonderheiten auf, die ihr eine selbständige Stellung verleihen. Die Spaltungsspurenmethode benutzt die spontane Kernspaltung des 238 Urans und ist damit neben der Xenonmethode das einzige Verfahren, das auf einer Kernspaltung beruht.