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Fossile Böden im rechtsrheinischen, höheren Buntsandstein, ihre Ursache, Entstehung und stratigraphische Bedeutung

Ortlam, Dieter

Kurzfassung

Nach stratigraphischen Untersuchungen im nördlichen Schwarzwald (ORTLAM 1963, 1967) und südlichen Odenwald ergaben sich fünf graublaue Horizonte (Violette Horizonte oder VH), die der Violetten Grenzzone (VG) MÜLLERS (1954) und der "zone violette supérieure" von PERRIAUX (1961) auf der linksrheinischen Seite sehr ähnlich sehen. Durch bestimmte Merkmale wie die Farbe, der kontinuierliche Übergang aus dem Liegenden im Gegensatz zur scharf gezogenen Obergrenze, der Schichtungslosigkeit, der verschiedenen Krusten- und Konkretionsbildungen bestehend aus Kieselsäure (Karneol), Gips und magnesitischem Calcit, der Verwitterung und Fehlen der Feldspäte, der stark korrodierten Quarzkörner und der ausgedehnten Wurzelhorizonte (Coniferen und Equisetiten) wird die Genese dieser fünf Horizonte als fossile, autochthone Bodenkomplexe unterstrichen und gefestigt. Unter Berücksichtigung sämtlicher Bodenmerkmale muß für ihre Entstehung ein subtropisch-humides bis semiarides Klima angenommen werden, da die gleichen Erscheinungen rezent in diesen Klimabereichen zu beobachten sind (nach MOHR 1933 und ERHART 1943, 1955, 1956). Die paläomagnetischen Verhältnisse der damaligen Zeit (RUNCORN 1962) stimmen mit diesen Ergebnissen ebenfalls gut überein.