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Radiometrische Altersbestimmungen als Schlüssel zur Deutung der geotektonischen Entwicklung und des Lagerstätten-Inhaltes einiger Teile des afrikanischen Grundgebirges

Machens, Eberhard

Kurzfassung

Mehr als 55% der Oberfläche Afrikas werden von in Grundgebirgs-Schwellen und -Horsten anstehenden präkambrischen Gesteinen eingenommen. In weiteren 35% des Kontinents liegt der Sockel, verhüllt unter einem nur relativ gering mächtigen Deckgebirge, ebenfalls im Bereich der geologischen Auschlußtätigkeit, sofern man geophysikalische Messungen und Bohrungen zu Hilfe nimmt. Im Karroo-Becken beträgt seine Tiefenlage max. 8-10 000 m, in der algerischen Sahara, wo er bei Hassi Messaoud bei 3867 m erbohrt wurde, 3800-8000 m. Im sehr flachen Kongo-Becken wurde in den Bohrungen Samba und Dekese das Grundgebirge dagegen sogar schon bei 1167 m bzw. 1677 m erreicht. Unbekannt ist der präkambrische Unterbau nur in einigen in nach-präkambrischer Zeit gefalteten Randgebieten des Kontinents. Zu ihnen gehören die variszisch und alpidisch gefalteten Atlasländer (nördlich des Anti-Atlas) und große Teile des erst seit einigen Jahren bekannten, ebenfalls variszisch gefalteten Mauretaniden-Troges. Im Gegensatz dazu ist im Bereich der Kap-Ketten, die ihre letzte Faltung ebenfalls sehr spät, zu Ende der unteren Trias erführen, der präkambrische Unterbau an verschiedenen Stellen freigelegt (Swartberg-Kette, Gebiet nördlich Kapstadt).