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Sedimentationszyklen als Zeitmarken

Fiege, Kurt

Kurzfassung

Zusammenfassung Die Brauchbarkeit der Sedimentationszyklen als lithostratigraphische Zeitmarken wird erörtert. Die Grundlage der relativen geologischen Zeitbestimmung ist die Biostratigraphie, deren genauestes und zugleich kürzestes Maß die Biozone ist. Sie ist gleich der Lebensdauer einer Art im Sinne eines "Zeitgliedes" einer Stammreihe. "Lebensdauer" will besagen, daß die Vorfahren-Art und die Nachfahren-Art bekannt sind, wodurch die Biozone hangend und liegend begrenzt ist. Weniger genaue Zeitmaße sind die Bio-Horizonte, das sind Schichten, in denen sporadisch auftretende und ebenso verschwindende Arten auftreten, über deren phylogenetischen Zusammenhang im allgemeinen nichts ausgesagt werden kann. Solche Arten sind meist facies-gebunden, sie wandern also mit der Facies. Die durch sie gebildeten Grenzen sind also Homotaxe und meist (oder nie?) keine Isochrone. Dadurch wird der geochronologische Wert der Bio-Horizonte stark herabgemindert. Das gleiche gilt wohl auch immer für Gesamtfaunen, die als Zeitmarken benutzt werden. Trotz dieser Einschränkung sind Horizont-Fossilien oder Gesamtfaunen zur Charakterisierung längerer geologischer Zeitabschnitte - Alter, Epochen usw. - durchaus brauchbar (FIEGE 1951).