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Versuch einer zeitlichen Gliederung von Dwog-Horizonten mit Hinweisen auf die Problematik der 14C-Datierung von Bodenproben

Benzler, J.-H.; Geyh, M. A.

Kurzfassung

I. Problem und Lösungsversuch In der Kehdinger Elbmarsch kommen besonders gut ausgebildete Humusdwöge (fossile Ah-Horizonte nach W. MÜLLER (1)) vor, die häufig in zwei, örtlich sogar in drei Schichten übereinander gefunden werden. Ihre Altersstellung zueinander ist noch immer umstritten, da pollenanalytische Altersbestimmungen erfolglos blieben und 14C-Datierungen einzelner Dwöge - wie auch bei anderen Bodenproben - wohl infolge von Verunreinigungen mit organischer Fremdsubstanz (Kontaminationen) nicht verwertbare Ergebnisse lieferten. Die Klärung der Frage, ob die übereinander gefundenen zwei bzw. drei fossilen Ah-Horizonte wirklich zwei bzw. drei verschiedenen Bildungszeiträumen angehören, und wieweit einzeln vorkommende Dwöge mit einem von ihnen altersgleich sind, konnte deshalb nur noch mit Hilfe einer statistischen Auswertung aller in Frage kommender 14C-Daten versucht werden. Ihre graphische Darstellung in Form von sog. Häufigkeitsverteilungen (Histogrammen) erlaubt i. a. zuverlässige Aussagen über den zeitlichen Ablauf des zu untersuchenden geologischen Phänomens, sofern nur vereinzelt Daten mit groben Fehlern vorliegen. Besteht dazu noch, wie beim vorliegenden Fall, die Möglichkeit, das Histogramm der in Frage kommenden Daten mit dem von anderen, in denselben Bildungszeitraum einzustufenden Proben vergleichen zu können, wird die Interpretation der Ergebnisse wesentlich erleichtert.