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Standsicherheit und Bruch der Felsböschung im Grauwackensteinbruch Förtschendorf

Körner, Helmut J.; Stephan, Walter

Kurzfassung

Zusammenfassung Im März 1963 hat sich in einem Grauwackensteinbruch in Oberfranken ein folgenschwerer Felsböschungsbruch ereignet, bei dem ohne jegliche Vorankündigung ca. 90 000 m3 Gestein auf den Schichtfugen abgeglitten sind. Nach Darlegung der Situation, des Felsgefüges und der Eigenschaften des lehmigen Zwischenmittels der Schichtfugen wird anhand des durchgeführten Standsicherheitsnachweises der Schluß gezogen, daß die klimatischen Bedingungen des Winters 1962/63 den Felsböschungsbruch letztlich ausgelöst haben. (Lastfall: Zugefrorene Wand, entstehender Kluftwasserdruck auf den Schichtfugen.) Der Vorgang wird demgemäß als "Wassersprengung" im Sinne STINIS gedeutet. Verallgemeinernde Folgerungen beziehen ach auf die Fragen der Voraussehbarkeit des Ereignisses, der Sicherheit in Steinbruchbetrieben, der Richtlinien für die Anlage und den Betrieb von Steinbrüchen.