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Die Bedeutung der Grundwasser-Erschließung in nord- und westafrikanischen Trockengebieten (Beispiele aus Libyen und Nord-Kamerun)

Bloch, H.

Kurzfassung

Im Hinblick auf die lawinenhaft zunehmende Weltbevölkerung ist neben anderen Faktoren die Sicherstellung der Wasserversorgung von entscheidender Bedeutung. In letzter Zeit hat zwar die Technik der Meerwasser-Entsalzung beträchtliche Fortschritte gemacht, doch sind die Kosten dafür - besonders für die Entwicklungsländer - noch viel zu hoch (80-90 Pfg./cbm entsalzten Meerwassers). Auch wenn es in absehbarer Zukunft gelingt, die Kosten bei Verwendung von Kernenergie bis auf 15 Pfg.je cbm Wasser zu senken, wird Süßwasser aus dem Meer für den normalen Verbrauch - besonders der Landwirtschaft - in Trockenzonen immer noch zu kostspielig sein. Wenn andererseits auch beträchtliche Oberflächen-Wasserreserven durch den Bau von Stauanlagen in Zukunft bereitgestellt werden, so wird die Erschließung von Grundwasser nicht seine Bedeutung verlieren, sondern im Gegenteil an Wichtigkeit zunehmen. Die klimatischen und geohydrologischen Voraussetzungen für die Erschließung von Grundwasser sind vielerorts in Trockengebieten bei weitem nicht so ungünstig, wie landläufig angenommen wird. Dies wird an zwei Beispielen aus afrikanischen Trockengebieten in Libyen und Nord-Kamerun aufgezeigt. In dem Steppen- und Halbwüsten-Klima Tripolitaniens fallen in einem näher untersuchten Gebiet südlich Misurata in dem nur 30 km breiten Küstenstreifen etwa 150 mm Niederschlag pro Jahr. Dagegen sind im 50 km landeinwärts gelegenen Halbwüstenstreifen bei Tauorga nur noch 50 mm Niederschlag jährlich vorhanden.