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Beziehungen zwischen Paläogeographie und Resedimentation im Südapennin

Görler, K.

Kurzfassung

Ähnlich wie die Dinariden ist auch Süditalien in eine Folge NW-SE-streichender Becken und Schwellen zu gliedern. Von SW gegen NE sind es: 1. Cilento - Westkalabrien-Depression; 2. Kalkapennin - Kalabrisches Massiv-Schwelle; 3. Molise - Golf von Tarent-Depression; 4. Apulien-Schwelle; 5. Ostgargano-Depression. Cilento-Westkalabrien-Depression und Ostgargano-Depression sind jeweils gerade noch randlich auf dem Festland vertreten, während die drei übrigen Einheiten praktisch Süditalien aufbauen. Die Faziesdifferenzierung setzt wenigstens bereits in der Trias ein. Während für die Schwellen die Sedimentation von Flachwasserkalken typisch ist, kommen in dem zwischen ihnen liegenden Geosynklinaltrog der Molise-Depression, die auf Grund der paläogeographischen Situation fast vollständig von jeder festländischen Materialzufuhr abgeschnitten ist, überwiegend kieselige Serien zur Ablagerung. Nur in den Zeiten (Alb-Cenoman und Alttertiär), in denen die Schwellengebiete über die Wasseroberfläche emporragen, wird die dort gebildete Terra rossa in der Molise-Depression als Argille scagliose sedimentiert. Während der übrigen Zeit ist das Kalabrische Massiv einziges Herkunftsgebiet für klastische Sedimente festländischer Herkunft. Für den Bereich der südlichen Molise-Depression ist es ab U.-Kreide Liefergebiet von Grauwackenflysch, einer Fazies, die sich erst im Torton in die nördliche Molise-Depression und den angrenzenden Kalkapennin hinein fortsetzt. Im U.- und M.-Miozän kommt es zuerst im zentralen Teil der Molise-Depression zu einer starken nordost-vergenten Falten- und Schuppentektonik (teilweise unter Beteiligung des kristallinen Untergrunds) und gleichzeitiger Intrusion von Serpentinit, Pillow Lava, Gabbro und Granodiorit.