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Das Emsland im Rahmen des Niedersächsischen Tektogens

Boick, H.

Kurzfassung

Das Emsland gehört nach seiner paläogeographisch-tektonischen Entwicklung zum "Niedersächsischen Tektogen", einer WNW-ESE gestreckten Scholleneinheit mesozoischer Schichten, die eine mehr oder weniger einheitliche Geschichte durchlaufen hat (J. WOLBURG 1953, H. BOIGK 1968). Das Tektogen, das auch als "Niedersächsische Scholle" bezeichnet worden ist (A. ROLL 1949), weist eine Länge von etwa 220 km und eine Breite von 60-70 km auf. Die Großscholle (Abb. 1) ist schwach gegen Norden geneigt, taucht aber auch gegen Westen und Osten ein. Demzufolge treten an ihrem Südrand die ältesten Schichten, die Trias und der Lias, zutage. Sie werden am Piesberg, am Hüggel und bei Ibbenbüren auch noch vom Karbon durchstoßen. Nach Norden folgen Dogger, Weißjura und Unterkreide. Mit dem Einsetzen der Oberkreide deuten sich im Westen, Norden und Osten die Grenzen des Tektogens an. Der randliche "Oberkreide-Mantel" und die eigentliche Großscholle sind ihrerseits von einer generell nach Norden mächtiger werdenden Tertiär- und Quartärdecke verhüllt. Das gegen Norden eintauchende Tektogen, das aus verschiedenen, meist herzynisch streichenden Spezialstrukturen besteht, findet auch am stark herausgehobenen Südrand eine natürliche Begrenzung durch die Oberkreide des Münsterlandes.