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Die Sandsteine der Unterkreide im deutsch-holländischen Grenzgebiet

Kemper, Edwin

Kurzfassung

In den Randbereichen des Westteiles des Niedersächsischen Neokombeckens kamen im Verlauf der Unterkreide marine Sandsteine von sehr unterschiedlicher Art und Genese zur Ablagerung. Regional sind im Westen zwei Gruppen zu unterscheiden: 1. die Sandsteine der höheren und mittleren Unterkreide vom Nord- und Nordwestrand der Rheinischen Masse und 2. die Sandsteine der tiefen Unterkreide, also des Neokoms, vom Westrand des Niedersächsischen Beckens. Im einzelnen handelt es sich bei den jüngeren Areniten um folgende Gesteine: Als stratigraphisch jüngstes Glied ist die transgressive und tonig-unreine Glaukonit-Phosphorit-Formation des Mittelalb (Minimus-Grünsand, Osninggrünsand des westlichen Osnings) der Alstätter Bucht zu nennen. Der bevorzugte Bildungsort solcher Sedimente sind die Ränder alter Tafeln und besonders nach dem Ozean offene Depressionen, in die phosphorreiche Tiefenwässer eindringen konnten. Die Alstätter Bucht erfüllte offensichtlich diese Voraussetzungen. Etwas älter ist der Rothenberg-Sandstein (Oberapt-Unteralb), der als geröll- und sandführender Glaukonitsiderit bezeichnet werden muß. Seine Entstehung wird im schon tieferen Wasser an einer Küste mit steilerem Relief angenommen. Sortierung und Rundung der Gerölle sind außerordentlich schlecht. Manche Lagen zeigen bioturbate Texturen.