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Die tektonische Entwicklung des Steinkohlengebirges im Münsterland und Ruhrgebiet

Hoyer, Peter; Teichmüller, Rolf; Wolburg, Johannes

Kurzfassung

Im Rahmen des Symposiums über die Bohrung Münsterland 1 fiel uns die Aufgabe zu, die geologische Position dieser Bohrung in einer abgedeckten Karte vom Karbon des Münsterlandes und Ruhrgebietes darzustellen, wie sie sich nach dem Abteufen der Bohrung ergab. Als Unterlagen benutzten wir die bekannten abgedeckten Karten vom Ruhrgebiet und vom Karbon am Niederrhein, die gravimetrische Reichsaufnahme aus dem Jahre 1936 und vor allem die Ergebnisse aller älteren seismischen Vermessungen der im Münsterland tätigen Erdölfirmen sowie die im Zusammenhang mit der Bohrung Münsterland selbst durchgeführten neueren seismischen Untersuchungen (vgl. ANDRES & LICHTENBERG 1963). Für die seinerzeit erteilte Erlaubnis zur Verwendung der seismischen Unterlagen sind wir den beteiligten Erdölfirmen (siehe Symposium "Die Aufschlußbohrung Münsterland 1", Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 11, Krefeld 1963) dankbar. Im Bereich des südlichen Teils des Münsterlandes stützten wir uns auf die seismischen Untersuchungen des Ruhrbergbaues, auf rund 800 Kohlebohrungen und die Grubenaufschlüsse am Nordrand der Schachtzone. Diese Daten wurden inzwischen von P. HOYER (1966/67) zu einer abgedeckten Karte vom Steinkohlengebirge im Bereich der Bohrlochzone östlich des Niederrheins ausgewertet. Dabei bestätigte sich immer wieder der große Wert, den die Schweremessungen für die regionale Verfolgung der Faltenzüge dieses Raumes haben. Auch wenn die Kreidedecke 1000 m und mehr mächtig wird, bilden sich doch die Großstrukturen des Karbons im Schwerebild überraschend gut ab: gravimetrische Maxima weisen - soweit die Kreide flach liegt - stets auf Hochlagen der schwereren Gesteine des älteren Oberkarbons. Darauf hat vor vielen Jahren schon SCHLEUSENER (1952) nachdrücklich hingewiesen.