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Fortschritte in der Angewandten Seismik und ihre Bedeutung in der Geologie

Trappe, H.-J.

Kurzfassung

Durch die Einführung der digitalen Meß- und Interpretationsverfahren hat sich in der Angewandten Seismik eine sehr rasche und umfangreiche Entwicklung vollzogen, die im Hinblick auf die Deutbarkeit der Meßergebnisse wesentliche Verbesserungen brachte und neue Möglichkeiten eröffnete. Dem Geologen können heute zum Studium seiner Probleme Unterlagen in die Hand gegeben werden, die noch vor wenigen Jahren einer kühnen Wunschvorstellung entsprachen. Wie sehr die Digitaltechnik in der Seismik im Vordringen ist, geht allein daraus hervor, daß bereits mehr als 40% der etwa 650 in der westlichen Welt eingesetzten seismischen Feldapparaturen digital registrieren. Zur Verarbeitung der Meßdaten wurden in allen Erdteilen Datenzentren aufgebaut, die mit den modernsten und schnellsten elektronischen Rechenanlagen ausgestattet sind. Der wesentliche Vorteil der digitalen Registrierung seismischer Signale liegt in der Tatsache begründet, daß der Aufzeichnungsbereich ungefähr hundertmal größer ist als bei der bisherigen analogen Magnetbandregistrierung. In der technischen Sprache heißt dies, daß die Dynamik bei der digitalen Aufzeichnung bei 80 dB liegt, während sie bei der analogen Aufzeichnung etwa 40 bis 50 dB beträgt. Aus diesem Grunde werden die seismischen Impulse wesentlich schärfer und eindeutiger registriert als es bisher möglich war.