Original paper

Die Malmlagerstätten Rühlermoor/Annaveen

Kelch, Hans-Jürgen

Kurzfassung

Zwischen der Pompeckj'schen Schwelle im Norden, der Rheinischen Masse im Süden und einer zerschnittenen Küstenlinie im Westen liegt zur Obermalm-Zeit ein Meeresarm, der sich im emsländischen Raum in mehrere Buchten nördlich und südlich der Fehndorfer Insel gliedert. Aus dem Niedersächsischen Becken von Osten her transgrediert das Meer im Ablauf der Obermalm-Zeit gegen die Festlandränder. Vor der Gigas-Transgression lag die Westküste des Niedersächsischen Beckens etwa östlich der Emslinie. Die Meeresausbreitung wird durch regressive Zeiten unterbrochen, es kommt zu Steinsalz- und Anhydritbildungen, vor allem zur Zeit der Münder Mergel-Stufe. Eine direkte Verbindung mit dem Weltmeer bestand vom Kimmeridge bis zum Ende der Münder Mergel-Stufe nicht, sie wurde erst zur Zeit des Serpulits hergestellt. Als Ausdruck der wechselnden marinen Einflüsse lösen sich tonige und karbonatische Sedimente ab; in lagunenartigen Meeresarmen kommt es je nach Meereswasserzufuhr zu chloridischen oder sulfatischen Bildungen. Im Brandungsbereich, im seichten, warmen Wasser entstanden Kalkooide, wobei Tonpartikelchen ("Pellets") als Kristallisationskeime dienten. Diese Kügelchen wurden unmittelbar unterhalb der Brandungszone zusammengeschwemmt und sedimentiert. Der Kalkoolith ist ein gutes Speichergestein für Erdöl, da ein Teil der Tonpellets herausgelöst ist und so durch Kavernenbildung die Durchlässigkeit erhöht wurde.