Original paper

Tektonische Analyse der Schwarzenberger Kuppel im südwestlichen Erzgebirge

Fiedler, K.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 579 - 579

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/579

BibTeX file

O

Open Access (paper can be downloaded for free)

Download paper for free

Kurzfassung

Das flächige Parallelgefüge (s1) des Augengneiskerns der Schwarzenberger Kuppel und seiner Hüllschiefer bildet eine flach gewölbte, NNW-SSE bis NW-SE streichende, langgestreckte Kuppel, deren Prägung auf Beanspruchungen während der varistischen Tektogenese zurückgeführt wird. An das Kuppelgewölbe schließt sich südlich Raschau/Markersbach eine flache, allseitig geschlossene Glimmerschiefermulde (Hundsmarter-Mulde) an, deren Achse fast N-S streicht und sich gegen N und S heraushebt. Die Analyse der b-axialen Beanspruchungsformen im Bereich der Schwarzenberger Kuppel läßt auf einen in seiner Richtung und Intensität mehrfach wechselnden Beanspruchungsplan schließen. Die enge Verknüpfung der Gefügeprägung vom Gneiskern bis in die Phyllithülle hinein läßt erkennen, daß die Hauptbewegungen während der varistischen Tektogenese alle Bereiche der Schwarzenberger Kuppel intensiv und durchgreifend erfaßt haben. Die Beanspruchungen betrafen in allen Fällen das s1-Parallelgefüge; Verfaltungen oder Beanspruchungen des Schichtungsgefüges (ss) sind wegen dessen Unkenntlichkeit davon nicht mehr zu unterscheiden. Lokal auftretende Scherflächen einer zweiten Beanspruchung (s2) entsprechen im Erscheinungsbild der von Schlotz (1930) beschriebenen Schubklüftung. Das vorliegende Fugenbild (Klüftung, Störungen) läßt sich auf Spannungen in oder während der Kuppelwölbung zurückführen. Die spät- bis posttektonisch intrudierenden Granite paßten sich in ihrem Kluftverhalten dem bereits vorliegenden Fugenplan an. Inwieweit die großen NW-SE-Störungen bereits eine vorgranitische Anlage hatten, läßt sich im Arbeitsgebiet nicht entscheiden. Eine prägranitische Anlage dieser Fugen ist jedoch denkbar, ebenso ein späteres Wiederaufleben in saxonischer Zeit. Die Schwarzenberger Kuppel wird von einem granitischen Tiefenkörper unterteuft, dessen NW-SE streichendem, rückenartigen Hochgebiet die fast in der Kuppelachse angeordneten, kleinen Granitintrusionen von Schwarzenberg, Lauter, Aue und Auerhammer angehören. Die Granitintrusionen füllten den durch die Kuppelwölbung bereitgestellten Raum lediglich aus und haben nur lokal zu einer weiteren Ausgestaltung und Hochdehnung der Kuppel beigetragen. Der Schwarzenberger Augengneis wird auf spät- bis postassyntisch intrudierende, granodioritische Ausgangsmagmen zurückgeführt, die ihre Vergneisung möglicherweise noch in den assyntischen Nachphasen erfahren haben. Infolge der isolierten Lage des Augengneises im Kern der Kuppel bleibt seine tektonische Stellung innerhalb der erzgebirgischen Grau- und Rotgneise weiterhin unklar.

Keywords

ScherflächenParallelgefügeGraniteGneiskernGlimmerschieferGranitintrusionenVerfaltungenSchwarzenberger KuppelGermany