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Der Einfluß der Lithofazies auf Quantität und Qualität, der Grundwässer im mittleren Keuper um Ansbach/Mfr.

Krauspe, A.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 471 - 472

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/471

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Kurzfassung

Die Schichten des Mittleren Keupers im Ansbacher Raum unterliegen einem raschen lithologischen Wechsel in vertikaler und horizontaler Richtung. Das ist dadurch begründet, daß der betrachtete Raum im Südosten in der sandigen Randfazies, im Nordwesten in der tonig-mergeligen Beckenfazies des Keuperbeckens liegt. Der im einzelnen unregelmäßige Übergang zwischen beiden Faziesbereichen ist verbunden mit einer Abnahme der Korngrößen und einer Zunahme des Kalk-, Dolomit- und Gipsgehaltes der Gesteine nach Nordwesten. Die lithofaziellen Verhältnisse werden an Hand von charakteristischen Bohrprofilen, Körnungskurven, Fazies- und Mächtigkeitskarten für die einzelnen Schichtglieder erläutert. Die Grundwasserverhältnisse im Ansbacher Raum zeigen eine enge Abhängigkeit von der Gesteinsausbildung. Der vertikale lithologische Wechsel bedingt das Auftreten mehrerer Grundwasserstockwerke, deren Mächtigkeiten und Durchlässigkeiten durch fazielle Differenzierungen in der Horizontalen bestimmt werden. Hinsichtlich der Grundwasser-Quantitäten ergibt sich folgende Zweigliederung: a) Wasserarmer Bereich der Beckenfazies nordwestlich von Ansbach: Hier ist die sandige Randfazies nur in kleinen, oberflächlich stark entwässerten Einzugsgebieten vertreten. Die Quellschüttungen sind minimal, der Prozentsatz an Fehlbohrungen ist hoch. b) Grundwasserhöffiges Gebiet der Randfazies südöstlich von Ansbach: Hier sind die Grundwassermächtigkeiten und die Einzugsgebiete größer. Die Ergiebigkeiten von Quellen und Wasserbohrungen erreichen Werte von über 10 l/s. Besonders deutliche Abhängigkeiten von den lithofaziellen Änderungen zeigen die Grundwasser-Qualitäten. Die Hydrochemie ist dadurch in der Lage, Fragen zur Paläogeographie und zur geologischen Kartierung beantworten zu helfen. Als empfindliche Faziesindikatoren erweisen sich die Gesamt-, Karbonat- und Nichtkarbonathärte. Hier stehen die gipsharten Mineralwässer der Beckenfazies mit Gesamthärten bis über 100° dH den mittelharten Wässern der Randfazies gegenüber, deren Härte hauptsächlich durch Karbonate bedingt ist. Der Sulfat- und auch der Chloridgehalt der Grundwässer können ebenfalls gute Hinweise auf die Lithofazies geben. Dagegen kann für den Fe- und Mn-Gehalt nur generell eine Erhöhung mit Annäherung an die sandige Randfazies konstatiert werden, während im einzelnen komplizierte Lösungs- und Transportvorgänge die räumliche Verteilung dieser Inhaltsstoffe bestimmen. Die Abhängigkeit der Grundwasserverhältnisse von der Lithofazies des Mittleren Keupers hat praktische Bedeutung: Die durch Bohrungen an bestimmten Punkten erzielbaren Wassermengen und -qualitäten können i. a. vorausgesagt werden, und zwar die Schüttung mit einem Fehler von ± 20 %, die Wasserhärte für wenig über der Karbonathärte liegende Gesamthärten mit einem Fehler von nur ± 10 dH, die Wasserhärte für hohe Sulfathärten mit einem Fehler von ± 10 %. Somit können durch hydrogeologische Beratung für Projekte der Wasserversorgung erhebliche Kosten gespart werden. Für die wasserwirtschaftliehe Rahmenplanung sind Angaben möglich über noch nutzbare ergiebige Fassungsräume und über quantitative und qualitative Wassermangelgebiete.

Keywords

Mittlerer KeuperLithofaziesGrundwasserHydrochemieKarbonatMineralwässerAnsbachMittelfrankenGermany