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Beziehungen zwischen Paläogeographie und Resedimentation im Südapennin

Görler, K.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 487 - 488

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/487

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Kurzfassung

Ähnlich wie die Dinariden ist auch Süditalien in eine Folge NW-SE-streichender Becken und Schwellen zu gliedern. Von SW gegen NE sind es: 1. Cilento - Westkalabrien-Depression 2. Kalkapennin - Kalabrisches Massiv-Schwelle 3. Molise - Golf von Tarent-Depression 4. Apulien-Schwelle 5. Ostgargano-Depression Cilento-Westkalabrien-Depression und Ostgargano-Depression sind jeweils gerade noch randlich auf dem Festland vertreten, während die drei übrigen Einheiten praktisch Süditalien aufbauen. Die Faziesdifferenzierung setzt wenigstens bereits in der Trias ein. Während für die Schwellen die Sedimentation von Flachwasserkalken typisch ist, kommen in dem zwischen ihnen liegenden Geosynklinaltrog der Molise-Depression, die auf Grund der paläogeographischen Situation fast vollständig von jeder festländischen Materialzufuhr abgeschnitten ist, überwiegend kieselige Serien zur Ablagerung. Nur in den Zeiten (Alb-Cenoman und Alttertiär), in denen die Schwellengebiete über die Wasseroberfläche emporragen, wird die dort gebildete Terra rossa in der Molise-Depression als Argille scagliose sedimentiert. Während der übrigen Zeit ist das Kalabrische Massiv einziges Herkunftsgebiet für klastische Sedimente festländischer Herkunft. Für den Bereich der südlichen Molise-Depression ist es ab U.-Kreide Liefergebiet von Grauwackenflysch, einer Fazies, die sich erst im Torton in die nördliche Molise-Depression und den angrenzenden Kalkapennin hinein fortsetzt. Im U.- und M.-Miozän kommt es zuerst im zentralen Teil der Molise-Depression zu einer starken nordost-vergenten Falten- und Schuppentektonik (teilweise unter Beteiligung des kristallinen Untergrunds) und gleichzeitiger Intrusion von Serpentinit, Pillow Lava, Gabbro und Granodiorit. Auf Grund der entstandenen Reliefunterschiede beginnt eine erhebliche Resedimentation unter starker Beteiligung der Argille scagliose von der zentralen Molise-Zone aus in Richtung auf beide Schwellengebiete. Im Kalkapennin, der im O.-Miozän nicht Schwelle, sondern Becken mit Flyschsedimentation ist, dringen diese Schlammströme weit vor, bis sie an der Wende Miozän - Pliozän wegen der jetzt auch hier einsetzenden Tektonik abreißen. Es kommt vor allem im S zu weiten tektonischen Überschiebungen der neritischen Serien des Kalkapennin über die pelagischen Serien der Molise-Depression. Gegen die Apulien-Schwelle geht die Olisthostrom-Bildung ("Wildflysch") bis weit ins Pleistozän weiter. Sie wird hier von der ständigen Verlagerung der Trogachse und der Orogenfront nach NE begünstigt. Vorläufig letzter Akt der Baugeschichte dieses Raumes ist die kräftige Heraushebung, vor allem des Kalkapennins, verbunden mit einer sehr intensiven Bruchtektonik, Vorgänge, die gegenwärtig noch in vollem Gange sind.

Keywords

GeosynklinaltrogCilentoKalkapenninMoliseFlachwasserkalkeArgille scaglioseTerra rossaSüdapenninItalien