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Die Oberjura- und Unterkreide-Sedimentation in den nördlichen und östlichen Niederlanden

't Hart, B. B.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 524 - 524

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/524

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Kurzfassung

Die orogenetischen Bewegungen der tektonischen Phase des Spät-Kimmeridge verursachten unterschiedliche Aufwölbungen innerhalb der Niederlande und in den angrenzenden Gebieten. Dadurch entstand einerseits eine Anzahl von strukturellen Hochlagen und andererseits von Sedimentationsbecken. Diese Gliederung des Sedimentationsraumes in Spezialtröge und Schwellen oder Hochlagen hatte naturgemäß großen Einfluß auf die Verteilung und die Faziesentwicklung der Oberjura- und Unterkreideablagerungen. Die Sedimentation der jungkimmerischen Ablagerungen setzte noch im Kimmeridge ein und war auf die Spezialbecken beschränkt. Danach erst griff sie auch über die angrenzenden Hochlagen hinweg. Paläogeographische Karten der Oberjura- und Unterkreide-Periode zeigen diese allmähliche und mitunter auch lückenhafte Auffüllung des Nordost-Holland-Beckens, das als westlicher Teil des Niedersächsischen Beckens aufzufassen ist. Deutlich ist dabei das "progressive onlap" der Sedimente auf das Spätkimmeridge-Hoch in den nördlichen Niederlanden zu beobachten. Im Kimmeridge bestanden die Sedimente aus brackisch-marinen Tonsteinen, denen im Obermalm Evaporite folgten. Frischwasser-Lumachellen und Schiefertone charakterisieren die Periode des Berrias. Küstensande und Basaltone kennzeichnen die marine Transgression der postberriasischen Unterkreide. Als Quelle des klastischen Materials wird sowohl die Rheinische Masse im Süden als auch - in geringerem Maße - das Nordholland-Hoch im Westen des Nordost-Holland-Beckens angenommen. Im allgemeinen wurden die groben Klastika nahe dem Ursprungsgebiet abgelagert und durch Strömungen längs der Küste sortiert oder z. T. auch an Offshore-Schwellen angehäuft. Die Bildung solcher Schwellen mag mit Zechsteinsalzbewegungen im Untergrund im Zusammenhang stehen. Die Valangin-Sande des Ölfeldes Schoonebeek (nachgewiesene Reserven von 186 x 106 m3) sind ein Beispiel für eine "coast-barrier"-Lagerstätte mit begrenzter Ausdehnung und charakteristischen sedimentären Merkmalen. Im Alb wurde das nordholländische Spätkimmeridge-Hoch durch die Unterkreide-Transgression endgültig überflutet.

Keywords

KimmeridgeTonsteineZechsteinsalzBerriasValangin-SandeEvaporiteFrischwasser-LumachellenOffshore-SchwellenNiederlande